Russische Soldaten haben nach ukrainischen Angaben mindestens drei Kriegsschiffe auf der Krim geentert. Etwa 20 Bewaffnete seien unter Einsatz von Blendgranaten auf die Korvette Ternopol im Hafen von Sewastopol vorgedrungen, teilte der ukrainische Marinesprecher Wladislaw Selesnjow mit. "Der Angriff hat begonnen", schrieb er auf seiner Facebook-Seite. Auch Schüsse seien gefallen, sagte er.

Zudem sollen die Schiffe Luzk und die Chmelnizki besetzt worden sein. Anscheinend hätten russische Soldaten die ukrainische Flagge auf den Schiffen eingeholt, sagte der Militärsprecher. Beide Schiffe waren zuvor wochenlang von der russischen Schwarzmeerflotte blockiert worden.

Eine russische Bestätigung dafür gab es nicht. Auf Twitter wurden aber Bilder geteilt, die die Aktion zeigen sollen.


Mehr als 14.500 Soldaten dienen nach Angaben des Verteidigungsministeriums in der ukrainischen Marine, die meisten von ihnen sind auf der Krim stationiert. Die Halbinsel hatte sich am Wochenende per umstrittenem Referendum von der Ukraine losgesagt, das rechtliche Verfahren zur Eingliederung in die Russische Föderation soll noch in dieser Woche abgeschlossen werden. Russland will zudem seine Präsenz auf der Krim ausweiten. 

Nach Angaben des Pentagon in Washington sicherte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu seinem US-Kollegen Chuck Hagel in einem Telefonat zu, nicht den Osten der Ukraine anzugreifen. Schoigu habe versichert, dass die an der Grenze zur Ukraine stationierten Truppen dort ausschließlich Manöver abhielten und "nicht die Absicht haben, die Grenze zur Ukraine zu überqueren", sagte ein Pentagon-Sprecher. Wie lange das Manöver dauern solle, habe Schoigu aber offengelassen.