Trotz der Angliederung der Krim an Russland hat die Ukraine ihren Anspruch auf die Halbinsel bekräftigt. "Die Ukraine wird niemals den Kampf um die Befreiung der Krim aufgeben, so lang und schmerzhaft er auch sein mag", heißt es in einer vom Parlament in Kiew verabschiedeten Resolution. Das ukrainische Volk werde die "Annexion der Krim niemals anerkennen".

Die Abgeordneten forderten auch die internationale Gemeinschaft auf, die "sogenannte Krim-Republik" nicht anzuerkennen.

Eine Visapflicht für russische Staatsbürger lehnte der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk zunächst ab. So etwas müsse sehr genau geprüft werden, "denn an der Beibehaltung des visafreien Verkehrs ist eine große Zahl der Bürger in erster Linie im Süden und Osten des Landes interessiert", sagte Jazenjuk in Brüssel, wo der EU-Gipfel stattfindet. 

Er widersprach damit Sicherheitsratschef Andrej Parubij, der am Vorabend die Einführung von Visa als Reaktion auf den umstrittenen Beitritt der Krim zu Russland angeordnet hatte. Etwa drei Millionen Ukrainer arbeiten im Nachbarland. Es bestehen zudem enge verwandtschaftliche Beziehungen. 

Prorussische Milizionäre hatten am Mittwoch das Hauptquartier der ukrainischen Marine in Sewastopol gestürmt und den Oberbefehlshaber vorübergehend festgesetzt. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu forderte die Behörden auf der Krim auf, den Mann freizulassen und ihm sicheres Geleit aus der Region zu gewähren.

Die Bewohner der ukrainischen Halbinsel hatten sich am Sonntag in einem international kritisierten Referendum für eine Abspaltung von der Ukraine ausgesprochen. Der russische Staatschef Wladimir Putin hatte am Dienstag dann einen entsprechenden Aufnahmevertrag unterzeichnet, den das Verfassungsgericht einstimmig bestätigte. Am Donnerstag stimmt das Parlament in Moskau ab, die Zustimmung gilt als sicher.

Die EU und die USA haben als Reaktion bereits erste Sanktionen gegen Russland verhängt. Auf dem EU-Gipfel in Brüssel werden derzeit weitere beraten. Die Verhandlungen über ein Visaabkommen mit Russland sind ausgesetzt, der G-8-Gipfel im russischen Sotschi abgesagt.

Gemeinsames Militärmanöver

Die Moskauer Justiz sperrte zudem russische Konten des ukrainischen Süßwarenherstellers Roshen. Das Unternehmen gehört dem ukrainischen Milliardär Pjotr Poroschenko, der die Protestbewegung auf dem Maidan in Kiew mitfinanziert hatte. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte Russland in einer Regierungserklärung für international isoliert.

Die USA und die Ukraine wollen laut Angaben aus Kiew an ihrer für Juli geplanten gemeinsamen Militärübung Rapid Trident festhalten. Der britische Guardian berichtete, auch Großbritannien werde Soldaten schicken, habe sich aber noch nicht entschieden, wie viele.

Das Manöver findet seit 2006 jährlich statt. Es soll dazu dienen, die Handlungsfähigkeit von Streitkräften der Nato und von Partnerstaaten zu verbessern.