US-Präsident Barack Obama will die Krim-Abstimmung in letzter Minute abwenden. Obama forderte nach einem Treffen mit dem ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk eine Absage des geplanten Referendums und ein Umdenken Russlands. "Es gibt einen anderen Weg und wir hoffen, dass Präsident Putin bereit ist, ihn einzuschlagen. Aber wenn er dies nicht tut, bin ich sicher, dass die internationale Gemeinschaft entschieden hinter der ukrainischen Regierung stehen wird", sagte Obama.

Vor der geplanten Volksabstimmung über den Beitritt der ukrainischen Halbinsel Krim zu Russland am Sonntag, planen Westmächte offenbar eine Resolution zu dem Referendum in den UN-Sicherheitsrat einzubringen. Nach Angaben von Diplomaten solle unter anderem die Illegalität der Volksabstimmung festgestellt werden, hieß es am Mittwoch in New York. Auch wenn davon auszugehen ist, dass Russland sein Veto einlegen würde, könnte man mit der Resolution China zu einer Enthaltung bewegen – und Moskau damit weiter isolieren. 

China gilt als enger Verbündeter Russlands. Bereits 2008 hatte sich Peking bei einer Abstimmung im Sicherheitsrat über eine Resolution zum Konflikt zwischen Russland und Georgien enthalten. In dem Gremium hatte China aktuell bereits darauf hingewiesen, dass die Souveränität von Staaten zu achten sei.

Im US-Kongress wird bereits ein Gesetz über Sanktionen gegen Russland beraten. Es würde eine Milliarde Dollar (rund 700 Millionen Euro) für Kreditgarantien an die Ukraine freigeben und der US-Regierung erlauben, Strafmaßnahmen gegen Russen zu erlassen. Ziel ist es, Russland zum Rückzug seiner Soldaten von der ukrainischen Halbinsel Krim zu bewegen. Der Ausschuss für Auswärtige Politik im Senat billigte den Entwurf am Mittwoch.  

IWF überprüft wirtschaftliche Situation der Ukraine

Der ukrainische Ministerpräsident Jazenjuk traf sich am Mittwoch zudem mit Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF). "Wir sind darauf erpicht, der Ukraine auf dem Weg in die ökonomische Stabilität und den Wohlstand zu helfen," sagte Lagarde nach dem Treffen. Der IWF werde weiter mit seinen Mitgliedern und anderen Finanzinstitutionen beraten, wie man der Ukraine am besten helfen könne. 

Jazenjuk soll am Donnerstag den UN-Sicherheitsrat in New York über die Lage in seinem Heimatland informieren. Am Freitag soll US-Außenminister John Kerry im Hinblick auf das Referendum einen Einigungsversuch mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow wagen. 

Laut Medienberichten wird am heutigen Donnerstag eine Delegation mit acht US-Senatoren, angeführt von dem einstigen republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain, in die Ukraine reisen.