In Konfliktgebieten weltweit kämpfen Menschen mit Waffen aus Libyen. Das sagen Experten der UN und warnen vor der Destabilisierung der Lage in den betroffenen Gebieten. Das Land sei seit dem Sturz des langjährigen Diktators Muammar al-Gaddafi eine der Hauptquellen für illegale Waffenlieferungen geworden, heißt es in einem Bericht an den UN-Sicherheitsrat.

Schultergestützte Luftabwehrraketen würden an terroristische Organisationen in Mali und Tunesien geliefert, dokumentieren die Experten. Außerdem liefere Libyen an Gruppen im Tschad, im Libanon und möglicherweise auch in die Zentralafrikanische Republik. Die Beschlagnahmung eines Schiffs nach Syrien durch libanesische Behörden belege zudem, dass auch die syrische Opposition von Libyen aus mit Waffen versorgt werde.

Für den Bericht wurden mögliche Verstöße gegen UN-Waffenembargos in 14 Ländern untersucht.

Libyen und andere Länder hätten versucht, die Waffen sicherzustellen. Bislang ohne Erfolg. Tausende der Waffen befänden sich weiter in Lagern, die von Milizen und anderen Gruppen kontrolliert würden, die wenige oder keine Verbindungen zum Staat hätten. "Das alles belegt, wie der Schmuggel von Libyen aus Konflikte und Unsicherheit – einschließlich Terrorismus – auf verschiedenen Kontinenten befeuert", heißt es in dem Bericht. "Es ist unwahrscheinlich, dass sich das in naher Zukunft ändert."