Bei einem Landstreit zwischen Hirten und Bauern im Norden Nigerias sollen binnen zwei Tagen mehr als 100 Menschen getötet worden sein. Überlebende berichteten, Dutzende bewaffnete Männer auf Motorrädern hätten Dorfbewohner westlich der Stadt Katsina angegriffen. Die Attacken hätten am Dienstag begonnen und sich bis Donnerstag hingezogen. Der Zeitung This Day zufolge handelte es sich bei den rund 90 bewaffneten Angreifern um Viehdiebe, teilweise hätten sie Militäruniformen getragen.

Kabiru Ismail, ein Bewohner des Dorfs Maigora, sagte, er habe mehr als 100 Tote gezählt, die in drei Dörfern begraben worden seien. Immer noch würden aber Leichen vom Opfern herbeigetragen, die in den Busch geflohen und teilweise dort erschossen worden seien. Der Polizeisprecher der gleichnamigen Provinz sagte hingegen, er wisse nur von fünf Opfern. Dem Imam des Dorfs zufolge waren unter den Toten auch zwei Polizisten, die den Dorfbewohnern beistehen wollten.

In der Gegend gibt es seit Monaten immer wieder Überfälle auf die Bauern vom Stamm der Hausa. Die Gewalt wird den halbnomadischen Hirten der Fulani zugeschrieben. Beide Gruppen sind muslimisch. Im Zentrum des westafrikanischen Landes liefern sich die Fulani zudem Auseinandersetzungen mit christlichen Landbesitzern.

Davon unabhängig attackiert die islamistische Extremistengruppe Boko Haram immer wieder Menschen im Nordosten Nigerias. Die Gruppe will dort einen Staat nach islamischem Recht durchsetzen. Die UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay rief die Regierung bei einem Besuch auf, Menschenrechtsverletzungen durch Boko Haram, Regierungstruppen und bei ethnischen Konflikten zu ahnden.