Das US-Verteidigungsministerium wertet seit Jahren die Körpersprache des russischen Präsidenten Wladimir Putin und von anderen Spitzenpolitikern weltweit aus. Das Pentagon bestätigte einen entsprechenden Bericht der Zeitung USA Today. Es seien anhand der unbewussten Bewegungen psychologische Profile erstellt worden. Das solle helfen, Putins Verhalten vorherzusagen.

Die Untersuchungen machte laut USA Today ein Pentagon-Institut, das direkt an Verteidigungsminister Chuck Hagel berichtet. Der allerdings will von dem Programm erst aus der Zeitung erfahren haben. Die Erkenntnisse würden bei den Beratungen im Pentagon über die gegenwärtige Ukraine-Krise keine Rolle spielen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.  

Auch die Körpersprache anderer ausländischer Spitzenpolitiker sei analysiert worden, etwa vom russischen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew oder Nordkoreas Diktator Kim Jong Un. Zudem seien in der Vergangenheit von dem inzwischen hingerichteten irakischen Diktator Saddam Hussein oder dem getöteten Al-Kaida-Führer Osama bin Laden solche Studien erstellt worden.

Das gesamte Programm habe jährlich rund 300.000 US-Dollar gekostet. Einzelheiten über die Ergebnisse würden allerdings nicht bekanntgegeben, sagte der Pentagon-Sprecher.

Insgesamt habe es 2008 und 2012 jeweils eine Studie über den russischen Präsidenten Putin gegeben. Bereits im Jahr 2004 analysierte die Pentagon-Forscherin Brenda Conners anhand von Putins Körpersprache, dass er "extrem empfindlich auf Kritik" reagiere. Zudem sei der Kreml-Chef "risikoscheu" – eine aus heutiger Sicht ungewöhnliche Erkenntnis.