Russland hat damit begonnen, auf der Krim russische Pässe auszuhändigen. Die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti zitierte den Chef der Migrationsbehörde, Konstantin Romodanowski, mit den Worten, dieser Prozess habe begonnen. Demnach wurden schon am Mittwoch die ersten Dokumente ausgestellt. "Diese Arbeit wird sich nun von Tag zu Tag intensivieren", sagte Romodanowski.

Das rechtliche Verfahren zur Eingliederung der Krim in die Russische Föderation soll noch in dieser Woche abgeschlossen werden, sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow laut Nachrichtenagenturen. Die Staatsduma will im Laufe des Tages in einer Sondersitzung den Beitrittsvertrag ratifizieren, den Präsident Wladimir Putin und die moskautreue Führung der Krim am Dienstag unterzeichnet hatten. Mit der endgültigen Eingliederung der Krim in die Russische Föderation werden die dortigen Einwohner als russische Staatsbürger betrachtet.

International wird der Anschluss der Krim kritisiert. Am Donnerstag ist auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zu Gesprächen in Moskau. Die Krise wird auch Thema beim EU-Gipfel in Brüssel sein.

Russland und die Ukraine haben erstmals seit dem Referendum auf der Krim  auf Ministerebene gesprochen. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu habe bei einem Telefonat mit seinem ukrainischen Kollegen Igor Tenjuch "verschiedene Aspekte der Krise in der Ukraine und Maßnahmen zur Deeskalation der Lage auf der Krim" besprochen. Das teilte das Ministerium in Moskau mit. Das Gespräch habe auf Wunsch der ukrainischen Seite stattgefunden. Dabei hätten die Ressortchefs vereinbart, die Kontakte fortzusetzen.

Zuletzt hatte sich der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk beklagt, dass sein russischer Kollege Dmitri Medwedew Gespräche mit ihm verweigere. Russland erkennt die Regierung in Kiew nicht an.

Ukrainischer Marinechef Gajduk wieder frei

Die moskautreue Führung auf der Krim ließ den festgenommenen ukrainischen Marinechef Sergej Gajduk sowie sieben proukrainische Aktivisten frei, wie die Agentur Kriminform meldete. Der Vizeadmiral war am Vortag bei der Besetzung des ukrainischen Marine-Hauptquartiers in Sewastopol von prorussischen Kräften in Gewahrsam genommen worden. Schoigu hatte gefordert, Gajduks Ausreise aufs Festland zu ermöglichen.