Das ukrainische Verteidigungsministerium hat eine groß angelegte Überprüfung der eigenen Gefechtsbereitschaft angeordnet. Die Armee sei landesweit zu Übungen ausgerückt, sagte der kommissarische Verteidigungsminister Igor Tenjuch. Es sei volle Kampfbereitschaft angeordnet. Tenjuch sagte dennoch, die Regierung in Kiew setze auf Diplomatie. 

Die moskautreue Führung der Krim kritisierte die Übung als Aggression. Die Zugänge zu der strategisch wichtigen Halbinsel werden von Paramilitärs kontrolliert, bei denen es sich um russische Soldaten handeln soll.

Russland hatte sich am Morgen empört über eine angebliche "Gesetzlosigkeit" in der Ostukraine gezeigt. Militante Nationalisten aus dem Westen der Ukraine würden mit Duldung der neuen Führung in Kiew in den Gebieten nahe der russischen Grenze für Unruhe stiften, hieß es aus dem Außenministerium in Moskau.  

Der Westen schweige beschämt

In der Stadt Dnjepropetrowsk seien zudem sieben russische Journalisten festgenommen worden. Der Westen schweige beschämt zu den Vorfällen, hieß es in der Mitteilung. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte mit einem Militäreinsatz auf der Halbinsel Krim, aber auch in der Ostukraine gedroht, falls dort Russen gefährdet seien.

In mehreren Großstädten der Süd- und Ostukraine fordern Teile der russischstämmigen Bevölkerung, dass es wie auf der Krim ein Referendum über einen Anschluss an Russland geben soll. Der Westen sieht in der von Moskau demonstrativ unterstützten Vorbereitung des Krim-Referendums dagegen eine Eskalation der Lage.

Im äußersten Osten der Ukraine, im Verwaltungsgebiet Lugansk, hatten am Sonntag Aktivisten den Sitz der Regionalregierung gestürzt und den Gouverneur für abgesetzt erklärt. Demonstranten seien in Bussen aus Russland über die nahe Grenze zu der Kundgebung gefahren, berichteten örtliche Medien.

Auch in Donezk und Odessa protestierten Tausende gegen die prowestliche neue Staatsführung. Im ostukrainischen Charkow hingegen, der zweitgrößten Stadt des Landes, gingen etwa zehntausend Menschen für einen Verbleib in der Ukraine auf die Straßen.