Kurz vor dem Referendum auf der ukrainischen Halbinsel Krim verstärkt Russland nach eigenen Angaben die Militärübungen an der Grenze zur Ukraine. Panzer-, Artillerie- und Infanterieeinheiten in den Regionen Rostow, Belgorod und Kursk verstärkten ihre Geländeübungen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Ziel sei eine "Überprüfung des Zusammenhalts der Truppen" sowie eine Simulation "von Einsätzen in unbekanntem Gebiet und auf noch nicht getesteten Schießplätzen".

Die Übungen sollten laut dem Ministerium bis Ende März andauern, es machte aber keine Angaben zur Zahl der beteiligten Soldaten. Derweil starteten 4.000 Fallschirmjäger in der Region Rostow ein groß angelegtes Manöver, meldete die Nachrichtenagentur Itar-Tass. Das russische Staatsfernsehen zeigte Hunderte landende Fallschirmjäger.

Duma-Abgeordneter räumt russische Soldaten auf der Krim ein

Ein russischer Parlamentarier hatte zuvor indirekt die Präsenz russischer Streitkräfte auf der Krim eingeräumt. Es gebe dort "einige Militäreinheiten, die Positionen für den Fall einer bewaffneten Aggression durch Kiew besetzen", sagte Leonid Sluzki einem Moskauer Radiosender. Das Wort "russisch" benutzte er nicht, er antwortete aber auf die Frage einer Journalistin, ob Russlands Streitkräfte vor Ort seien.

Es handle sich nicht um einen "groß angelegten Militäreinsatz", fuhr der Duma-Abgeordnete fort. Würde es angesichts des anstehenden Referendums zum Status der Krim zu einem von Kiew verursachten "Blutvergießen" kommen, würden die Soldaten aber möglicherweise aktiv werden. Präsident Wladimir Putin hatte zuvor stets dementiert, dass es sich bei den uniformierten Einheiten auf der Krim um russische Soldaten handle und stattdessen von "örtlichen Selbstverteidigungskräften" gesprochen.

Die mehrheitlich russischsprachige Halbinsel Krim steht seit Tagen faktisch unter der Kontrolle Moskaus. Die dortige Bevölkerung soll am Sonntag über einen Beitritt zu Russland entscheiden. Der Westen hält das Referendum für illegal.