Junge Menschen blockieren sitzend den Boden, leuchtend gelbe Transparente  hängen hinter dem Rednerpult und an den Wänden: Aus Protest gegen ein Handelsabkommen mit China haben Hunderte Demonstranten das taiwanesische Parlament besetzt. Auf Spruchbändern fordern sie eine detaillierte Überprüfung des Abkommens, das die regierende Partei Kuomintang nach ihrer Auffassung zu voreilig durch die Ausschüsse gebracht hat.

Vor dem Gebäude in Taipeh versammelten sich Tausende. Der Eingang ist mit Stühlen blockiert. Die Polizei versuchte seit dem Morgen dreimal vergeblich, das Gebäude zu räumen, wollte aber keine Gewalt anwenden.

Die Demonstranten wehren sich gegen die Ratifizierung des Abkommens, das der Volksrepublik aus ihrer Sicht zu viel Einfluss auf die taiwanesische Wirtschaft einräumt.

Es ist eine Nachfolgevereinbarung zum wirtschaftlichen Rahmenabkommen (ECFA) von 2010 und soll Taiwans Dienstleistungssektor weiter für Unternehmen aus Festlandchina öffnen. Die Gegner des Abkommens, darunter auch Abgeordnete der oppositionellen Fortschrittspartei DPP, argumentieren, mehr als tausend Unternehmen und Millionen von Arbeitsplätzen in Taiwan könnten gefährdet, zumindest jedoch betroffen sein. 

Bei den Auseinandersetzungen mit der Polizei habe es mehrere leichte Verletzungen gegeben, meldete Taiwans Nachrichtenagentur CNA. Weitere Aktivisten sollen auf dem Weg nach Taipeh sein.