Die EU sperrt die Konten des früheren ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch und von 17 weiteren Personen. Eine entsprechende Liste wurde  online im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Zudem dürfen den Betroffenen keine Gelder mehr zur Verfügung gestellt werden. 

Die Sanktion richtet sich gegen Menschen, die die EU für die Veruntreuung oder Unterschlagung staatlicher ukrainischer Gelder oder für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich macht, heißt es in dem Beschluss.

Betroffen sind unter anderem auch der ehemalige Innenminister Vitali Sachartschenko, Ex-Generalstaatsanwalt Viktor Pschonka, die frühere Justizministerin Jelena Lukasch, Ex-Regierungschef Nikolai Asarow und zwei Söhne von Janukowitsch, Alexander und Viktor. Der Name des Ex-Chefs der Sicherheitsdienste, Alexander Jakimenko, findet sich ebenfalls auf der Liste (.pdf).

Die Sanktionen waren bereits am Vortag von den EU-Staaten beschlossen worden, treten aber erst mit der Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft. Damit geht die EU gegen Personen vor, die sie für die Veruntreuung oder Unterschlagung staatlicher ukrainischer Gelder oder für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich macht – etwa für die Schüsse auf dem Maidan in Kiew während der Wochen der regierungskritischen Demonstrationen.

Der Beschluss enthält insgesamt vier Absätze Ausnahmen, untergliedert in mehrere Unterpunkte: So können etwa Gelder von der Sperrung ausgenommen werden, die zur Finanzierung von Grundbedürfnissen dienen, die "angemessene Honorare" darstellen oder die "zur Deckung außergewöhnlicher Ausgaben erforderlich sind".  

Bei einem Sondergipfel am Donnerstag in Brüssel wollen die europäischen Staats- und Regierungschefs über die Lage in der Ukraine beraten. Dabei wollen sie elf Milliarden Euro Finanzhilfe frei geben.

Die Gipfelteilnehmer wollen auch über Sanktionen gegen Russland entscheiden. Russische Soldaten hatten die zur Ukraine gehörende Halbinsel Krim unter ihre Kontrolle gebracht. Laut ukrainischen Angaben sind derzeit etwa 16.000 russische Soldaten auf der Halbinsel. Die Regierung in Moskau wies den Vorwurf der Besetzung bisher zurück.