EU und USA wollen Russland ihre Einigkeit in der Ukraine-Politik demonstrieren. Mit einem gemeinsamen Treffen beabsichtigen US-Präsident Barack Obama und die Chefs der Europäischen Union, der Regierung Russlands zu  signalisieren, dass die transatlantische Zusammenarbeit in der Ukraine-Krise von entscheidender Bedeutung ist. Der Besuch legt die belgische Hauptstadt nahezu lahm. Es herrscht höchste Sicherheitsstufe, die örtliche Polizei ist durch US-Sicherheitsbeamte verstärkt, der Verkehr stark reglementiert, einzelne Personen erhielten Ausgehverbot, wie Korrespondenten berichten.

Schon vor diesem Treffen hatte Obama die Entschlossenheit der USA und Europas zu Wirtschaftssanktionen gegen Russland betont. "Sollte Russland noch weiter gehen, dann wären solche Sanktionen angemessen", sagte er beim Atomsicherheitsgipfel in Den Haag. Zudem bekräftigte er die Beistandsgarantie der Nato für die Bündnismitglieder in unmittelbarer Nähe zu Russland. Er bezeichnete Russland zugleich als Regionalmacht, deren Einfluss man nicht überschätzen dürfe.  

USA und EU hatten Russland bereits mit ersten Sanktionen für die Annexion der Krim bestraft, weil sie diesen Schritt Moskaus für völkerrechtswidrig halten. Weitere könnten folgen. In einem unter russischem Einfluss zustande gekommenen Referendum, das der Westen nicht anerkennt, hatte die Mehrheit der Krim-Bewohner für einen Anschluss an Russland gestimmt.

Die Krim-Krise hatte den Atomgipfel in Den Haag überlagert. In der niederländischen Stadt sagten die sieben führenden Industrienationen (G 7) etwa den G-8-Gipfel in Russland ab. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow betonte die Bereitschaft Russlands, weiter mit dem Westen zusammenzuarbeiten. Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier warnte Russland vor einer Spaltung Europas. 

Parallel löste die Ukraine innenpolitische Probleme: Der Verteidigungsminister wurde ausgetauscht, ein Misstrauensantrag gegen Übergangspräsident  Turtschinow scheiterte. Ukrainische Soldaten zogen von der Halbinsel ab, ein Teil blieb und schloss sich den Russen an. Mittlerweile weht die russische Flagge an allen 193 Militärstützpunkten. Bei Zeremonien sangen die Soldaten die russische Nationalhymne.

Irritationen löste ein Telefonat der designierten Präsidentschaftskandidatin Julija Timoschenko aus, in dem sie darüber räsonierte, Russlands Präsident Putin mit einem Maschinengewehr umzulegen. Auch die Hintergründe des gewaltsamen Todes eines führenden Ultranationalisten blieben unklar