Einen Militäreinsatz gegen Russland schließt US-Präsident Barack Obama aus. Als Reaktion auf die Krise in der Ukraine wollen die USA aber die Nato-Truppen in Osteuropa verstärken. Durch eine Rotation von Boden- und Marineeinheiten solle es eine dauerhafte Präsenz in Nato-Staaten geben, die sich durch Russlands Provokationen bedroht fühlten, sagte Ben Rhodes, stellvertretender Sicherheitsberater Obamas.

Die USA erwarteten, dass sich die europäischen Partner an der Maßnahme beteiligten, ergänzte Rhodes. Über den Umfang der Truppenverstärkung und die Länder für die Stationierung sei noch nicht entschieden.

Das Thema soll kommende Woche während einer Nato-Konferenz auf die Tagesordnung. Die USA legten ein besonderes Augenmerk auf Polen und die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen, sagte Rhodes.      

Nach dem Umsturz in der Ukraine hatte russisches Militär nach und nach die Krim unter seine Kontrolle gebracht. In einem vom Westen als Völkerrechtsbruch kritisierten Schritt gliederte Russland die strategisch bedeutsame Halbinsel in die Russische Föderation ein. An der Grenze zur Ukraine sind russische Truppen stationiert, was Obama als Einschüchterungsversuch wertet.  

Die EU und die USA verhängten deshalb Sanktionen gegen Russland. Die USA verstärkten bereits ihre Überwachungsflüge im Baltikum und in Polen. Obama forderte die westeuropäischen Staaten auf, sich von Russland weniger abhängig zu machen.

Obama-Berater Rhodes befand sich auf dem Flug vom europäischen Gipfeltreffen nach Rom. Dort will der US-Präsident heute Papst Franziskus treffen.