Angesichts des russischen Eingreifens auf der ukrainischen Halbinsel Krim erhöhen die USA ihre militärische Unterstützung für Polen und die baltischen Staaten. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel kündigte bei einer Anhörung im Kongress in Washington eine Ausweitung der gemeinsamen Übungen mit der polnischen Luftwaffe an.

Zudem soll das US-Militär bei der Überwachung des baltischen Luftraums durch die Nato eine wichtigere Rolle haben.  "Es ist Zeit für uns alle, dem ukrainischem Volk zur Seite zu stehen, um seine territoriale Integrität und Souveränität zu beschützen", sagte der Pentagon-Chef vor dem Streitkräfteausschuss des Senats. "Das Verteidigungsministerium unternimmt Maßnahmen, um unsere Verbündeten zu unterstützen."

Die US-Luftwaffe hat derzeit eine kleine Einheit von zehn Soldaten in Polen stationiert. Kampfflugzeuge der Nato patrouillieren routinemäßig über Estland, Lettland und Litauen, die über keine schlagkräftige Luftwaffe verfügen.

US-Generalstabschef Martin Dempsey sagte bei der Anhörung im Senat, er habe seinen russischen Kollegen General Waleri Gerasimow in einem Telefonat am Mittwoch zur "Zurückhaltung" aufgerufen. 

Die Ukraine ist anders als Polen oder die baltischen Staaten kein Mitglied der Nato. Es gibt aber seit den neunziger Jahren einen Partnerschaftsvertrag.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen will am Donnerstag den ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk im Hauptquartier der Militärallianz in Brüssel empfangen. 

Die Europäische Union will die Ukraine in den kommenden zwei Jahren mit elf Milliarden Euro unterstützen. Geplant sind nach Angaben der Kommission Zuschüsse und Kredite in Zusammenarbeit mit der Osteuropabank EBRD und der Europäischen Investitionsbank.  Die Bundeswehr beteiligt sich mit zwei unbewaffneten Militärbeobachtern an der Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Parallel läuft der Streit über Sanktionen. Die USA erwägen solche gegen Russland. Im russischen Parlament sollen bereits Gegenmaßnahmen in der Diskussion sein. Russlands Präsident Wladimir Putin berät in seiner Residenz bei Moskau mit den Präsidenten Weißrusslands und Kasachstans über die Folgen der Ukraine-Krise.