Angesichts des russischen Eingreifens auf der ukrainischen Halbinsel Krim wollen die USA 300 Soldaten und zwölf F-16-Kampfjets nach Polen entsenden. Dort soll eine schon länger geplante Militärübung durchgeführt werden. Wegen der "angespannten politischen Situation" in der Ukraine hätten Warschau und Washington nun aber vereinbart, das Manöver auszuweiten und vorzuziehen.

Die USA hatten am Donnerstag bereits sechs zusätzliche F-15-Kampfjets ins benachbarte Litauen verlegt. Litauens Verteidigungsminister Juozas Olekas sagte, die Kampfflugzeuge seien die Antwort auf die "russische Aggression in der Ukraine und eine erhöhte militärische Aktivität in Kaliningrad", der russischen Exklave an der Grenze zu Litauen und Polen.

Bisher hatte die US-Luftwaffe eine kleine Einheit von zehn Soldaten in Polen stationiert. Kampfflugzeuge der Nato patrouillieren routinemäßig über Estland, Lettland und Litauen. Polen selbst hat 48 F-16-Kampfflugzeuge.

Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk will am Mittwoch in Washington mit US-Präsident Barack Obama und Vize Joe Biden zusammentreffen. Mit dem Treffen wolle Obama unter anderem die Unterstützung der USA für die Ukraine in der Krim-Krise deutlich machen, sagte sein stellvertretender nationaler Sicherheitsberater Tony Blinken am Sonntag. Im Mittelpunkt des Treffens in Washington werde es um internationale wirtschaftliche Unterstützung für die Ukraine und die Suche nach einer friedlichen Lösung des Konflikts um die Krim gehen.

Entscheidung über Sanktionen erwartet

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) geht unterdessen davon aus, dass die EU bereits in den kommenden Tagen über eine Verschärfung ihrer Sanktionen gegen Russland entscheiden wird. In der ZDF-Sendung Berlin direkt sagte Steinmeier am Sonntagabend, dass "man die nächste Stufe der Sanktionen" erreichen müsse, sollte sich Russland in am Montag und Dienstag anstehenden Gesprächen nicht bewegen.

Wegen der Entsendung russischer Truppen auf die Krim verhängten die USA bereits am Donnerstag Einreiseverbote und froren Vermögen ein. Auch die EU beschloss erste Sanktionen.