In Venezuela eskalieren die Proteste gegen die linke Regierung. In der Stadt Valencia starben am Mittwoch vier Menschen. Mit den Opfern steigt die Zahl der Toten bei den seit rund einem Monat anhaltenden Protesten auf mindestens 27.

Bei den Opfern soll es sich laut Behörden um einen Studenten, einen Zivilisten und ein Kind handeln. Ein weiteres Opfer sei ein Mitglied der militarisierten Polizei Guardia Nacional, wie der Gouverneur des Staates Carabobo, Francisco Ameliach, mitteilte. Die genauen Hintergründe der Taten sind noch unklar.

Staatschef Nicolás Maduro machte in zwei Fällen Scharfschützen für die Taten verantwortlich und kündigte angesichts der neuen Opfer eine Sitzung des Sicherheitskabinetts an.

In Caracas gingen am Mittwoch Hunderte regierungsnahe Studenten auf die Straße. Ein Protestzug von Regierungsgegnern wurde von der Polizei mit Tränengas verhindert. Anlass der überwiegend von Studenten und der Mittelschicht getragenen Proteste sind die schlechte wirtschaftliche Lage und die hohe Verbrechensrate in Venezuela.

Unasur entsendet Ministerkommission

Angesichts der wirtschaftlichen Probleme Venezuelas ließ US-Außenminister John Kerry offen, ob die USA Sanktionen gegen das südamerikanische Land einleiten werden. Der US-Senat sprach sich am Abend einstimmig für eine Resolution aus, mit der Präsident Barack Obama aufgefordert wird, Visa für diejenigen zu verweigern, die für Menschenrechtsverletzungen in Venezuela verantwortlich seien.

Der südamerikanische Staatenbund Unasur beschloss am Mittwoch in Santiago de Chile, bis Anfang April eine Kommission nach Caracas zu entsenden, die bei der Wiederherstellung des politischen Dialogs in dem Land helfen soll.