Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras gerät wegen der Ermittlungen gegen die rechtsextreme Goldene Morgenröte in Bedrängnis. Minister seiner Regierung sollen die Justiz im Land aus politischen Gründen angewiesen haben, gegen die Partei vorzugehen.

Die Enthüllungen basieren auf einem Gesprächsmitschnitt, den die Rechtsextremisten heimlich anfertigten. Der Top-Berater des Premierministers, Panagiotis Baltakos, warf darin Samaras vor, die Ermittlungen zu beeinflussen, um Stimmen zu gewinnen. Umgehend nach der Veröffentlichung der Äußerungen von Baltakos auf der Seite der Goldenen Morgenröte erklärte der Berater des Premiers seinen Rücktritt.

Laut der Mitschrift soll er angedeutet haben, dass die Regierung die Justizbehörden dazu gedrängt hätte, Abgeordnete der Goldenen Morgenröte in Untersuchungshaft zu behalten. Zudem soll er gesagt haben, dass Samaras die Rechtsextremen fürchte, weil sie einen klaren Sieg für ihn in der Parlamentswahl 2012 verhindert hätten.

Samaras' angeschlagene Koalition hat im Parlament nur eine kleine Mehrheit. Die ultranationalistische Goldene Morgenröte hatte angesichts der wirtschaftlichen Krise des Landes an Zuspruch gewonnen und war 2012 ins Parlament eingezogen. Ihr Anführer Nikos Michaloliakos und fünf weitere Abgeordnete befinden sich in Haft. Sie sollen sich wegen des Vorwurfs vor Gericht verantworten, eine kriminelle Organisation betrieben zu haben. Die Behörden waren nach der tödlichen Messerattacke auf einen antifaschistischen Musiker durch einen Anhänger der Goldenen Morgenröte gegen die Partei vorgegangen.