Die Bundesregierung will einem Spiegel-Bericht zufolge angesichts des Krim-Konflikts mit Russland den osteuropäischen Nato-Mitgliedstaaten bis Mitte April weitere Unterstützung anbieten. Nach einem entsprechenden Aufruf des Nato-Oberbefehlshabers Philip Breedlove würden im Verteidigungsministerium derzeit Vorschläge dazu erarbeitet, berichtete das Magazin unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach sollen etwa Polen und den baltischen Staaten gemeinsame Manöver mit der Bundeswehr angeboten werden.

Auch werde erwogen, ein für 2015 in Südeuropa geplantes Nato-Manöver vorzuziehen und nach Osten zu verlegen. Die dauerhafte Stationierung von schwerem Gerät oder Kampftruppen schließe die Regierung jedoch derzeit weiter aus, schreibt der Spiegel. Unter Berufung auf Nato-Kreise hieß es, die Ukraine habe das Militärbündnis um Funkgeräte, Waffen und Munition für ihre Streitkräfte gebeten.

Beim Nato-Gipfel der Staats- und Regierungschefs im September solle anders als geplant vor allem über eine strategische Neuausrichtung des Bündnisses im Verhältnis zu Russland debattiert werden. Im Gespräch sei etwa, die Zeitspanne zu verkürzen, in der die Land- und Luftstreitkräfte verlegt werden und einsatzbereit gemacht werden könnten. Derzeit dauere es für den größten Teil der Truppen 180 Tage.

Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, sagte dem Spiegel, es müsse darüber nachgedacht werden, "ob das unkontrollierte Absenken der Panzerflotte innerhalb der Nato richtig war". Zudem regte er an, dass Europa schnellstmöglich die gemeinsame Entwicklung einer Drohne auf den Weg bringt. Auch die Entscheidung, die Euro-Hawk-Drohne nicht anzuschaffen, solle überdacht werden, sagte Arnold.

Der Chef der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder (CDU), wies dies zurück. Die aktuelle Situation der Krim-Krise habe auf die Rüstungsprojekte der Bundeswehr keinen Einfluss.