Deutschland und Frankreich haben der ehemaligen Sowjetrepublik Moldau eine weitere Annäherung an die Europäische Union zugesichert. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und der französische Außenminister Laurent Fabius sprachen sich bei einem Besuch in der moldauischen Hauptstadt Chisinau dafür aus, in Kürze ein Assoziierungsabkommen mit dem Nachbarland der Ukraine zu unterzeichnen. "Ich bin sicher, es wird gelingen, bis zum Sommer die letzten Hindernisse aus dem Weg zu räumen", sagte Steinmeier.

Zu einer mittel- oder langfristigen EU-Beitrittsperspektive für die ehemalige Sowjetrepublik äußerte sich der deutsche Außenminister zurückhaltend. "Die Antwort auf diese Frage liegt nicht in den Hauptstädten der Europäischen Union." Moldau müsse sich selbst entscheiden, welchen Weg es gehen wolle, sagte Steinmeier mit Blick auf russische Interessen in der Region.

"Wir steigen nicht ein in ein geostrategisches Spiel, eine Auseinandersetzung zwischen dem Westen und dem Osten, zwischen der Europäischen Union und Russland", sagte Steinmeier. Er halte es auch für falsch, dass beide Seiten versuchten, die Länder auf die jeweils eine oder andere Seite zu ziehen.

Die Annexion der Krim durch Russland hat in Moldau Befürchtungen geweckt, es könnte ein ähnliches Szenario in Transnistrien geben, einer abtrünnigen, prorussischen Region im Osten des Landes. Im März hatte das Parlament in Transnistrien Moskau um die Aufnahme in die russische Föderation gebeten.