Hamid Aboutalebi soll neuer Gesandter des Iran bei den Vereinten Nationen in New York werden. Das teilte die Regierung in Teheran mit. Aboutalebi war 1979 an der Besetzung der US-Botschaft in Teheran beteiligt. 52 Amerikaner waren 444 Tage in der Gewalt iranischer Studenten.

Die USA reagierten mit Empörung auf die Personalie. Die Sprecherin des US-Außenministeriums nannte die Personalentscheidung "extrem verstörend". Die USA hätten der iranischen Regierung ihre große Sorge diesbezüglich bereits mitgeteilt.

Der republikanische Senator aus Texas, Ted Cruz, und mehrere andere Abgeordnete verlangten, dass dem 56-jährigen Aboutalebi das Visum und auch die Einreise ins Land verweigert werden solle. Cruz bezeichnete Aboutalebi als anerkannten Terroristen. Sein republikanischer Kollege John McCain, Senator von Arizona, sagte, die Entscheidung sei ein provokativer Angriff auf die USA.

Das US-Außenministerium will auf die Forderung nach einem Einreise-Verbot aber nicht eingehen. Die USA seien in der Regel dazu verpflichtet, die Entscheidungen über Gesandte in die UN zu akzeptieren. Über die Vergabe von Visa würde man sich offiziell nicht äußern. Grundsätzlich könne sich jeder um eine Einreiseerlaubnis bemühen.

Aboutalebi hatte wiederholt erklärt, seine Beteiligung an der Besetzung der Botschaft sei minimal gewesen. Er habe nicht zu der Gruppe der Besetzer gehört, sondern habe lediglich als Übersetzer fungiert. Der Diplomat hat in Paris studiert und war in seiner Laufbahn bereits Botschafter in Australien, Belgien, Italien und bei der Europäischen Union. Seit letztem Oktober arbeitet er im Büro von Irans Präsident Hassan Ruhani.

Bisher sei seine Vergangenheit nie ein Problem gewesen, sagte Aboutalebi laut der New York Times der Website Khabar Online. Er habe nie Probleme bei der Einreise in die USA gehabt. Offiziell hat sich die iranische Regierung noch nicht zu der Personalie geäußert.

Das Verhältnis zwischen den USA und dem Iran ist nicht zuletzt wegen der Atomverhandlungen angespannt.