Der frühere ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch hat in einem Gespräch mit Russlands Präsident Putin die Rückgabe der Krim gefordert. Es müsse ein Weg gefunden werden, dass die Halbinsel an die Ukraine zurückgegeben werde und die Region zugleich maximale Autonomie habe, sagte Janukowitsch dem russischen Fernsehsender NTV. Er habe deshalb mit Putin eine ruhige, aber schwierige Unterhaltung geführt.

Die Abspaltung der Krim bezeichnete Janukowitsch als Tragödie. Unter seiner Führung wäre die Annexion der Region durch Russland nicht geschehen, sagte der im russischen Exil sitzende Janukowitsch. Ende Februar war er nach monatelangen Protesten aus Kiew nach Russland geflohen. Noch immer sieht sich Janukowitsch als rechtmäßiger Präsident der Ukraine und Russland unterstützt ihn dabei. Zugleich hat Putin aber klar gemacht, dass er keine politische Zukunft für Janukowitsch sieht.

Janukowitsch wurde auch auf die ukrainischen Massenproteste im Winter angesprochen, bei denen rund 80 Menschen getötet worden waren. Er habe keinen Befehl zum Schießen auf die Demonstranten gegeben, sagte er. Die neue ukrainische Regierung hat Janukowitsch in Zusammenhang mit den Todesfällen angeklagt.

Unverändert hoch sind die Spannungen zwischen dem Westen und Russland wegen des Ukraine-Konflikts. Die USA und die EU versprachen der Ukraine Hilfe bei der Energieversorgung, nachdem der russische Konzern Gazprom am Vortag die Gaspreise für das Land erhöht hatte.