Die US-Regierung hat einem Medienbericht zufolge versucht,
mit einer Art eigenem kubanischen Twitter das kommunistische Regime in Havanna
zu schwächen und Unruhen zu schüren. Der Aufbau des Kommunikationsnetzwerkes
sei durch Strohfirmen und ausländische Banken ermöglicht worden, berichtete die
Nachrichtenagentur Associated Press (AP). Es sei mehr als zwei Jahre gelaufen
und habe Zehntausende kubanische Nutzer gewinnen können, heißt es unter
Berufung auf Dokumente und an dem Programm beteiligte Personen.
Dem Bericht zufolge sollte ein rudimentäres "kubanisches
Twitter" entwickelt werden, das mithilfe von Textnachrichten die
weitgehende Kontrolle des Internets durch die Regierung in Havanna unterlaufen
sollte. Dies sollte zu Beginn durch unstrittige Themen wie Neuigkeiten zu
Fußball, Musik und Sturmwarnungen ermöglicht werden. Erst wenn das Netzwerk
eine kritische Masse von einigen Hunderttausend Nutzern erreicht hätte, sollten
politische Inhalte folgen. Das Ziel: Die Kubaner zu spontanen Demonstrationen
und späteren Massenprotesten anstiften, die eine Art kubanischen Frühling oder
ein "neues Gleichgewicht zwischen Staat und Gesellschaft" zur Folge
haben sollten.
Nach Angaben von AP hatte das Netzwerk zwischenzeitlich mehr als 40.000 Nutzer in Kuba, die Nachrichten und Meinungen darüber austauschten. Über zwei Jahre sei das Programm gelaufen und wurde im September 2012 gestoppt. Dass hinter der Plattform die US-Regierung steckte, war ihnen allerdings nicht bekannt. Auch nicht, dass ihre privaten Daten zu politischen Zwecken missbraucht werden sollten.
Kubanischer Kolibri
Das Projekt wurde in Anspielung auf Twitter ZunZuneo
genannt, eine umgangssprachliche Bezeichnung für den kubanischen Kolibri.
Öffentlich gestartet wurde die Plattform kurze Zeit nachdem 2009 der
US-Unternehmer Alan Gross in Kuba verhaftet worden war. Grundlage waren etwa
eine halbe Millionen kubanischer Handynummern, die durch eine Quelle in der
kubanischen Telefongesellschaft vermittelt worden sein sollen.
Hinter dem kubanischen Twitter-Projekt steckt AP zufolge kein US-Geheimdienst, wie etwa die CIA. Das Programm wurde von der internationalen Entwicklungsagentur der USA, USAID, finanziert und betrieben, die Milliarden von Dollar für humanitäre Hilfe weltweit zur Verfügung stellt. Rund 1,6 Millionen Dollar sollen in das Programm geflossen sein, offiziell veranschlagt für Projekte in Pakistan.
Unter dem Decktmantel humanitärer Hilfe
Ob ZunZuneo gegen US-Gesetze verstößt, ist dem Bericht
zufolge unklar. Jede geheime Operation einer Bundesbehörde bedürfe einer
Autorisierung des Präsidenten. Ob und inwieweit das Weiße Haus über das Projekt
informiert war und wer es genehmigt hatte, ist offen. USAID erklärte, alle
Programme in Kuba seien vom US-Kongress kontrolliert und würden den Gesetzen
entsprechen. "USAID ist eine Entwicklungsagentur, kein Geheimdienst, und
wir wollen weltweit den Menschen ihre Grundrechte und Freiheiten ermöglichen,
und ihnen Zugang zu Werkzeugen ermöglichen, mit denen sie ihr Leben verbessern
und sich mit der Außenwelt vernetzen können", zitierte AP den Sprecher
Matt Herrick.
Der Enthüllungsbericht dürfte die Arbeit von USAID allerdings
vor einige Probleme stellen. Schließlich will die Agentur armen und
unterdrückten Menschen weltweit helfen. Verdeckte Operationen würden diese
Ziele mindestens unglaubwürdig erscheinen lassen.
Die Enthüllung von ZunZuneo kommt zu einer Zeit, in der sich
die Beziehungen zwischen den USA und Kuba langsam zu verbessern beginnen. Auf
beiden Seiten gibt es vorsichtige Schritte der Annäherung, im Dezember hatte
Staatschef Raúl Castor den USA etwa einen "respektvollen Dialog"
angeboten. Zudem unternimmt die Regierung in Havanna kleine Schritte zu einer
Liberalisierung der Wirtschaft im Land.
Die US-Regierung hat einem Medienbericht zufolge versucht,
mit einer Art eigenem kubanischen Twitter das kommunistische Regime in Havanna
zu schwächen und Unruhen zu schüren. Der Aufbau des Kommunikationsnetzwerkes
sei durch Strohfirmen und ausländische Banken ermöglicht worden, berichtete die
Nachrichtenagentur Associated Press (AP). Es sei mehr als zwei Jahre gelaufen
und habe Zehntausende kubanische Nutzer gewinnen können, heißt es unter
Berufung auf Dokumente und an dem Programm beteiligte Personen.
Dem Bericht zufolge sollte ein rudimentäres "kubanisches
Twitter" entwickelt werden, das mithilfe von Textnachrichten die
weitgehende Kontrolle des Internets durch die Regierung in Havanna unterlaufen
sollte. Dies sollte zu Beginn durch unstrittige Themen wie Neuigkeiten zu
Fußball, Musik und Sturmwarnungen ermöglicht werden. Erst wenn das Netzwerk
eine kritische Masse von einigen Hunderttausend Nutzern erreicht hätte, sollten
politische Inhalte folgen. Das Ziel: Die Kubaner zu spontanen Demonstrationen
und späteren Massenprotesten anstiften, die eine Art kubanischen Frühling oder
ein "neues Gleichgewicht zwischen Staat und Gesellschaft" zur Folge
haben sollten.