Mehrere der in Nigeria verschleppten Schülerinnen sind ihren Entführern entkommen. Wie viele noch in Gefangenschaft sind, ist unklar. Der Nachrichtensender CNN beruft sich auf Angaben des nigerianischen Militärs und schreibt, mehr als 100 Mädchen seien bereits befreit. Die Nachrichtenagentur AFP spricht von "einigen geflohenen Schülerinnen".

Eltern der Mädchen gaben an, die Schülerinnen seien in den Konduga-Distrikt verschleppt worden, ein Teil des Sambisa-Waldes. Das Gebiet gilt als Hochburg der Sekte Boko Haram. Sie soll dort gut befestigte Lager unterhalten. Drei zurückgekehrte Schülerinnen hatten erzählt, sie seien geflohen, als die Entführer ihnen die Erlaubnis erteilten, auf die Toilette zu gehen. Mithilfe von Hirten waren sie zurück in ihr Dorf Chibok im nordöstlichen Bundesstaat Borno gelangt.

Bornos Gouverneur Kashim Shettima hatte am Nachmittag gesagt, bislang hätten 14 Geiseln fliehen können. Für Informationen, die zur Rettung der Übrigen beitrügen, setzte er eine Belohnung von 50 Millionen Naira (215.000 Euro) aus.

Bei einem Angriff auf eine Schule im Nordosten Nigerias waren am Montagabend mehr als 100 Mädchen entführt worden. Nach Angaben des Polizeichefs von Borno, Lawan Tanko, zwangen die Täter die Mädchen auf vier Lastwagen aufzusteigen und fuhren mit ihnen davon. Nigerias Regierung macht die radikalislamistische Sekte Boko Haram für die Tat verantwortlich. Politiker und Menschenrechtsorganisationen kritisierten Nigerias Präsident Goodluck Jonathan, zu wenig gegen den Terror in seinem Land zu unternehmen.

Boko Haram kämpft seit Jahren im Norden Nigerias für einen islamischen Staat und verübt regelmäßig Anschläge. Der Name bedeutet übersetzt etwa "westliche Bildung ist verboten".