Mehr als eine Million Syrer sind bisher vor dem Bürgerkrieg in den Libanon geflohen. Die Zahl der im Nachbarland registrierten Flüchtlinge sei über eine Million gestiegen, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mit, das von einem "katastrophalen Rekord" sprach. Der Vorrat an Hilfsgütern gehe immer weiter zurück und auch die Bevölkerung des Libanon habe eine Belastungsgrenze erreicht.

Flüchtlingskrise im Libanon - "Sozialer und ökonomischer Brennstoff" Der Libanon ist das einzige Nachbarland, das noch Flüchtlinge aus Syrien aufnimmt. Zusätzlich zu 4,5 Millionen Einwohnern kommen derzeit mehr als eine Million Syrer. ZEIT-Korrespondentin Andrea Böhm über die Spannungen im Libanon

Die Zahl der im Libanon lebenden syrischen Flüchtlinge entspricht den Angaben zufolge einem Viertel der einheimischen Bevölkerung. Im Pro-Kopf-Vergleich lebten in keinem anderen Land der Welt so viele Flüchtlinge, erklärte das UNHCR. Als kleines Land, das auch noch andere Probleme habe, gerate der Libanon dadurch ins Wanken, erklärte UN-Flüchtlingskommissar António Guterres.

Im syrischen Bürgerkrieg wurden seit Frühjahr 2011 Schätzungen zufolge bislang mehr als 140.000 Menschen getötet. Insgesamt flohen mindestens 2,5 Millionen Syrer ins Ausland. Neben dem Libanon fanden die meisten Zuflucht in der Türkei, in Jordanien und dem Irak. Weitere 9,3 Millionen Menschen sind in Syrien auf Hilfe angewiesen.