Russlands Präsident Wladimir Putin hat bestritten, dass sein Land Interesse an einer weiteren Eskalation der Situation in der Ukraine habe. Das sagte er in einem Telefonat mit US-Präsident Barack Obama. Nach Angaben des Weißen Hauses hatte sich Obama sehr besorgt darüber geäußert, dass die Regierung in Moskau die prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine unterstütze. Putin wies den Vorwurf zurück. 

Die beiden Staatschefs telefonierten vor dem für Donnerstag geplanten Krisentreffen zwischen Russland, den USA, der Ukraine und der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton. Nach dem Telefonat veröffentlichten sowohl der Kreml als auch das Weiße Haus ausgewählte Zitate aus dem Gespräch der beiden Staatschefs.


Obama hat demnach verlangt, alle irregulären Kräfte in der Ukraine müssten ihre Waffen abgeben. Er habe den russischen Präsidenten aufgefordert, darauf hinzuwirken, dass die Separatisten die von ihnen besetzten Häuser in mehreren Städten wieder verließen. Obama habe im Laufe des Gespräches außerdem gesagt, Russland müsse militärische Einschüchterungen im Grenzgebiet zur Ukraine beenden. Die USA und andere westliche Staaten haben Russland mehrfach beschuldigt, die politischen Unruhen zu befeuern und damit die Abspaltung der Ostukraine vorzubereiten.  

Putin bestritt die Vorwürfe; es gebe keine russische Einmischung in der Ostukraine. Dies seien Spekulationen, die auf ungenauen Informationen beruhten, sagte er laut dem Kreml. Grund für die Proteste in den ukrainischen Städten seien der "Widerwille und die Unfähigkeit" der Kiewer Behörden, die Interessen der russischen und russischsprachigen Bevölkerung zu berücksichtigen. Putin habe Obama aufgefordert, seinen Einfluss auf die ukrainische Regierung geltend zu machen, um ein Blutvergießen und den Einsatz von Gewalt zu verhindern.

Nach Angaben des US-Präsidialamtes war das Telefonat auf Bitten der russischen Regierung zustande gekommen.