In Nigeria sind mindestens 60 Menschen bei einem Angriff auf mehrere Dörfer umgebracht worden. Ein Vertreter der örtlichen Behörden sagte, bei den Angreifern handele es sich um Mitglieder der Islamistengruppe Boko Haram. Sie hätten in den Morgenstunden die Ortschaft Amchaka und mehrere benachbarte Dörfer überfallen.

Die Dörfer liegen im Bundesstaat Borno an der Grenze zu Kamerun. Die mutmaßlichen Terroristen sollen die Orte mit Geländewagen, Motorrädern und zwei gepanzerten Fahrzeugen gestürmt haben, sagte der Behördenvertreter Baba Shehu Gulumba aus Bornos Hauptstadt Maiduguri. Sie hätten Sprengsätze in Häuser geschleudert und auf fliehende Menschen geschossen. Die Angreifer zerstörten auch Brunnen, die für die Bewohner die einzigen Trinkwasserquellen gewesen seien. Überlebende flohen aus den Dörfern.

Die Gruppe Boko Haram verübt seit Jahren Anschläge auf Christen sowie auf Armee, Polizei und Behörden. Ihr Ziel ist ein islamistischer Staat in Nigeria. Den Terrorangriffen von Boko Haram sollen allein in diesem Jahr 1.500 Menschen zum Opfer gefallen sein. Die Streitkräfte des Landes haben eine Offensive gegen die Rebellen gestartet.

Der örtliche Behördenvertreter von Borno sagte, in den beiden vorangegangenen Tagen seien bei drei mutmaßlichen Boko-Haram-Attacken in dem Bundesstaat bereits 19 Menschen getötet worden, darunter auch sechs Professoren. Daraufhin hatten am Samstag etwa 400 Studenten Eignungstests an der Universität boykottiert.