Außenminister mehrerer Staaten wollen kommende Woche gemeinsam nach einem Ausweg aus der Krise in der Ukraine suchen. Neben US-Außenminister John Kerry und Russlands Außenminister Sergej Lawrow sollen auch Vertreter der EU sowie der Ukraine teilnehmen.   

Kerry mahnte vor dem Treffen konkrete Schritte zur Entschärfung des Konflikts an. Die Regierung in Moskau müsse noch vor den Gesprächen tätig werden, sagte Kerry. Er machte dabei erneut Russland als Unruhestifter in der Ostukraine aus. 

Zu den von Kerry eingeforderten Schritten gehört der Rückzug russischer Truppen aus dem Grenzgebiet zur Ukraine sowie ein Ende der prorussischen Agitation in der Ostukraine. "Es ist klar, dass russische Spezialkräfte und Agenten der Katalysator hinter dem Chaos der vergangenen 24 Stunden waren", sagte Kerry. 
  

Truppen des ukrainischen Innenministeriums hatten am Dienstag  in der ostukrainischen Millionenstadt Charkiw ein von prorussischen Aktivisten besetztes Verwaltungsgebäude geräumt. 70 Menschen wurden festgenommen. Der Chef der Präsidialverwaltung, Sergej Paschinski, forderte die Aktivisten auf, die seit Sonntag in Donezk und Luhansk besetzten Gebäude zu räumen. 

Russland warnte vor Gewalt und wies eine Verantwortung für die Lage in der Ukraine zurück. "Wir fordern, alle militärischen Vorbereitungen unverzüglich einzustellen, die einen Bürgerkrieg nach sich ziehen könnten", hieß es vom Außenministerium in Moskau.  

Der Konflikt ist nach Einschätzung westlicher Beobachter die schwerste Krise in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Der Europarat erwägt, seinem Mitglied Russland das Stimmrecht zu entziehen. Die parlamentarische Versammlung des Europarats will am Donnerstag darüber abstimmen. 

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen warnte Russland vor einem Einmarsch in das Nachbarland. "Jede weitere Bewegung in die Ostukraine hinein wäre eine ernste Verschärfung der Lage statt jener Entschärfung, die wir uns alle wünschen." Wie Kerry verlangte Rasmussen den Abzug der im Grenzgebiet zur Ukraine stationierten russischen Truppen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte Russland auf, mäßigend auf die russlandtreuen Kräfte in der Ukraine einzuwirken.

Nach Angaben der Nato-Militärs stehen im Grenzgebiet 35.000 bis 40.000 einsatzbereite russische Soldaten. Die Nato will wegen der Lage ihre Präsenz in den östlichen Mitgliedstaten verstärken. Die USA hatten bereits einen mit Flugabwehrraketen ausgestatteten Zerstörer von Spanien aus ins Schwarze Meer beordert.