Das ukrainische Parlament hat für die Entwaffnung aller paramilitärischen Gruppen gestimmt, die sich im Zuge der proeuropäischen Proteste im Land gebildet hatten. Der Vorschlag wurde von 256 Abgeordneten angenommen, 47 Parlamentarier enthielten sich. Die Oberste Rada beauftragte in einer Entschließung den Geheimdienst und das Innenministerium, gegen die Gruppen wie den gewaltbereiten Rechten Sektor vorzugehen.

Die Entwaffnung dieser sogenannten Selbstverteidigungsgruppen war vor allem von Russland, aber auch vom Westen gefordert worden. Nun ging die neue ukrainische Führung darauf ein. Übergangspräsident Alexander Turtschinow nannte diejenigen, die Waffen tragen und weder der Polizei noch den Sicherheitskräften oder der Nationalgarde angehören, "Saboteure, die gegen das Land arbeiten".

Die Gruppen kontrollieren noch immer Teile des Stadtzentrums in Kiew. Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem Prawy Sektor, dem Rechten Sektor zu. Nach Angaben von Innenminister Arsen Awakow hat die ultranationalistische Gruppe aber inzwischen ihre Waffen übergeben und die Innenstadt verlassen. Demnach räumten die Mitglieder der Gruppe das Hotel Dnipro, das sie zur ihrem Hauptquartier umfunktioniert hatten, und zogen sich in ein Camp in einem Vorort zurück.

Zuvor kam es zu Auseinandersetzungen mit der ukrainischen Polizei. Ein offenbar betrunkenes Mitglied des Prawy Sektor hatte am späten Montagabend um sich geschossen und dabei drei Menschen verletzt, darunter einen stellvertretenden Bürgermeister der Stadt. Die Polizei umstellte daraufhin das Hotel.