Die US-Militärbasis Ramstein spielt im weltweiten Drohnen-Krieg der Amerikaner eine zentrale Rolle: Von dort werden Angriffe in Pakistan und im Jemen gesteuert, melden die Süddeutsche Zeitung, der Norddeutsche und der Westdeutsche Rundfunk. Bislang war nur bekannt, dass von der Basis in Deutschland Angriffe in Afrika geflogen werden. Die Recherche stützt sich auf US-amerikanische Dokumente und die Aussage eines ehemaligen Drohnenpiloten.

"Ohne Deutschland wäre der gesamte Drohnen-Krieg des US-Militärs nicht möglich", wird der Pilot Brandon Bryant zitiert. Während seiner Dienstzeit in New Mexico sei seine Einheit an der Tötung von 1.626 Menschen beteiligt gewesen. Bei jedem Dienst habe er "immer als erstes in Ramstein angerufen". Über diese Basis seien die Signale von den Einsatzgebieten an die Drohnenpiloten in den USA geleitet worden. Auch würden dort Live-Bilder der völkerrechtlich umstrittenen Drohneneinsätze analysiert und mit nachrichtendienstlichen Erkenntnissen abgeglichen. 

Die Bundesregierung hat von den Aktionen des US-Militärs nach eigenen Angaben keine Kenntnis: Die US-Regierung habe versichert, "dass von amerikanischen Stützpunkten in Deutschland Einsätze bewaffneter ferngesteuerter Luftfahrzeuge weder geflogen noch befehligt werden", sagte ein Sprecher. Er bezieht sich auf US-Präsident Barack Obama, der im Juni vergangenen Jahres gesagt hat, Deutschland sei "keine Ausgangsbasis" für Drohnenangriffe. "Ich weiß, dass es einige Berichte in Deutschland gegeben hat, dass das eventuell der Fall sei. Das ist nicht der Fall", sagte er bei seinem Besuch in Berlin.

Im Mai vergangenen Jahres gab es Berichte darüber, dass die US-Drohnenangriffe in Afrika von dem Stuttgarter Einsatzführungskommando der US-Streitkräfte Africom gesteuert würden. Auch damals wurde die Satellitenstation in Ramstein erwähnt. Die Bundesanwaltschaft startete die Einleitung von Ermittlungen wegen eines Verstoßes gegen das Völkerrecht.