Die US-Regierung hat eine Art Twitter-Plattform auf Kuba unterhalten. Ziel des 2012 eingestellten Programms ZunZuneo sei gewesen, Kubanern besseren Zugang zu Informationen zu verschaffen und "die Zivilgesellschaft zu stärken", sagte Regierungssprecher Jay Carney.

Er reagierte damit auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Associated Press AP. Laut AP wollten die USA mit der Internet-Plattform versuchen, politische Unruhe auf Kuba zu schüren und die kommunistische Regierung zu destabilisieren.

Die Kubaner sollten demnach zu spontanen Demonstrationen und späteren Massenprotesten angestiftet werden, die eine Art kubanischen Frühling oder ein "neues Gleichgewicht zwischen Staat und Gesellschaft" zur Folge haben sollten. Dem Bericht zufolge wurde der Aufbau des Kommunikationsnetzwerkes durch Strohfirmen und ausländische Banken ermöglicht.

Carney sagte, es habe sich um ein Programm der internationalen Entwicklungsagentur der USA, USAID, gehandelt, nicht um eine Operation des Geheimdienstes. "Die Annahme, dass dies ein Geheimprogramm war, ist falsch", sagte er.

Ähnlich äußerte sich auch der USAID. Es sei auch Aufgabe der Behörde, dabei zu helfen, dass Kubaner ungehindert an Information gelangen. "Zweck des ZunZuneo-Programms war es, eine Plattform zu schaffen, damit Kubaner unter sich freier sprechen konnten", teilte die Organisation mit.

Andeutungen des Präsidenten

USAID und die von ihr beauftragten Firmen haben jedoch laut dem AP-Bericht große Anstrengungen unternommen, um die Verbindungen der US-Regierung zu dem Projekt geheim zu halten. Das geht aus Interviews und Dokumenten hervor, die der AP vorlagen. So richteten sie Tarnfirmen in Spanien und auf den Cayman Islands ein, um die Herkunft des Geldes zu verbergen. Zudem wurden Firmenchefs rekrutiert, ohne sie darüber zu informieren, dass sie an einem durch amerikanische Steuergelder finanzierten Projekt arbeiten würden.

Kubaner berichteten, ZunZuneo, eine umgangssprachliche Bezeichnung für den kubanischen Kolibri, sei ein Internet-Chat gewesen. "Es war wie ein Server, der Dir eine Nachricht an das Handy geschickt hat", sagte ein junger Mann. Die Webseite sei aber nicht mehr aktiv.

Offenbar hatte bereits Kubas Präsident Raúl Castro öffentlich darauf hingewiesen. Er hatte im Januar von Versuchen aus dem Ausland gesprochen, auf Kuba "auf subtile Art, Plattformen neoliberalen Denkens einzuführen". Konkrete Hinweise gab er aber nicht.