"Was in Venezuela passiert, ist außergewöhnlich. Die Freiheit lebt wieder auf", sagte der Peruaner Mario Vargas Llosa am Donnerstag bei einer Konferenz des Wirtschaftsforschungsinstituts Cedice in Caracas.

Seit über zwei Monaten protestieren Oppositionelle in Venezuela gegen Versorgungsengpässe, die hohe Kriminalität und den autoritären Stil der linken Regierung. Präsident Nicolás Maduro vermutet hinter den Demonstrationen hingegen eine vom Ausland gesteuerte Verschwörung. Bislang kamen bei den Protesten über 40 Menschen ums Leben, Hunderte weitere wurden verletzt.

"Es ist unglaublich, dass sich das reichste Land Lateinamerikas mehr und mehr zurückentwickelt und sich den erbärmlichsten Beispielen wie Kuba und Nordkorea annähert", sagte Vargas Llosa. Die Venezolaner hätten mit ihrer jahrelangen Unterstützung der sozialistischen Regierung einen Fehler begangen.

Die Demonstrationen seien eine freiheitliche Bewegung gegen eine totalitäre Regierung. Vargas Llosa forderte die Nachbarstaaten auf, zur Lage in Venezuela klarer Stellung zu beziehen. Wer sich neutral verhalte, mache sich zum Komplizen der venezolanischen Regierung, sagte der Schriftsteller.