Im Fall der festgesetzten OSZE-Beobachter führt Russland nach eigenen Angaben Gespräche mit den militanten Separatisten in der Ostukraine. "Die Freilassung zieht sich hin", sagte Russlands OSZE-Botschafter Andrej Kelin. Dauer und Ergebnis der Verhandlungen seien völlig offen. 

Derzeit werden in der krisengeschüttelten Ex-Sowjetrepublik zwei Teams der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vermisst. Separatistenführer Wladimir Rogow sagte, die vier Männer aus Dänemark, Estland, der Schweiz und der Türkei stünden unter "Spionageverdacht". "Wir unterhalten ständigen Kontakt mit der OSZE-Mission. Sie weiß Bescheid, dass mit ihren Jungs alles okay ist", sagte Rogow in Donezk. Ein anderer Sprecher der Aktivisten sagte, die OSZE-Beobachter würden möglicherweise gegen inhaftierte Gesinnungsgenossen ausgetauscht. 

Bei neuen schweren Gefechten zwischen ukrainischen Sicherheitskräften und militanten Separatisten starben zudem erneut mindestens zwei Menschen, weitere acht wurden verletzt. Im Zentrum der Kämpfe stand die Stadt Slowjansk im Osten der früheren Sowjetrepublik. Hier seien beim nächtlichen Vorrücken von Regierungseinheiten zwei Zivilisten erschossen und vier verletzt worden, sagte ein Sprecher der prorussischen Aktivisten. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es nicht. 

Separatistenführer Alexander Borodaj schloss erneut einen Dialog mit der proeuropäischen Führung in Kiew aus. Direkte Gespräche könne es nur geben, wenn die Regierung die selbst ernannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk als unabhängig anerkenne, sagte der aus Moskau stammende Borodaj bei einer Kundgebung in Donezk. Dem Protestführer zufolge waren bei jüngsten Gefechten um den örtlichen Flughafen sechs Separatisten von Regierungseinheiten erschossen worden.

In Kiew setzten Demonstranten auf dem Unabhängigkeitsplatz Maidan mehrere Stapel Autoreifen in Brand. Sie protestierten damit gegen einen Appell des Ex-Boxchampions und künftigen Bürgermeisters Vitali Klitschko, der für eine Räumung des Protestlagers plädiert hatte. "Klitschko hat uns nichts zu sagen, er ist – wie die gesamte frühere Opposition – nur dank uns an der Macht", sagte ein Demonstrant.