Der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, verlässt nach dreieinhalb Jahren seinen Posten. Nachfolger soll sein bisheriger Stellvertreter Josh Earnest werden. US-Präsident Barack Obama gab den Wechsel persönlich bekannt. Er nannte Carney einen seiner engsten Freunde und "großartigen Berater". "Ich werde ihn sehr vermissen", sagte Obama. Er werde aber weiter auf Carney als Freund und Berater setzen.  

Eindeutige Gründe für den Rücktritt Carneys gibt es nicht. Laut einem Bericht der New York Times kam es zwischen dem ehemaligen Sprecher und verschiedenen Medien immer wieder zu Spannungen. Diese hätten Carney dazu gebracht, mehr über die Politik und die Entscheidungen Obamas preiszugeben, als er intendiert hatte.

Der Guardian schreibt, dass Carney oftmals für seine ausweichenden Antworten kritisiert worden sei. Außerdem sei es für Journalisten immer schwieriger geworden, Zutritt ins Weiße Haus zu erhalten. Ähnlich sei es Fotografen ergangen. Lediglich offizielle Fotografen der Regierung hätten bei Veranstaltungen anwesend sein dürfen.

Wie die Karriere Carneys weitergeht, ist unklar. Einige Stimmen sagen, der 49-Jährige plane, als US-Botschafter nach Russland zu gehen. Bei seinem Abschied hielt er sich jedoch sämtliche Optionen offen: "Ich habe noch nichts entschieden", sagte er. "Ich freue mich über einige der Möglichkeiten."

Obama hatte Carney Anfang 2011 zu seinem Sprecher gemacht, nachdem Carney bereits zwei Jahre lang als Kommunikationsdirektor für Vizepräsident Joe Biden gearbeitet hatte. Zuvor war Carney Journalist. Knapp drei Jahre lang war er Bürochef des Time Magazins in Washington. Auch Earnest gehört zu Obamas engeren Vertrauten. Er war während der Vorwahlen zur Präsidentenwahl 2008 Kommunikationsdirektor des Demokraten. Obama würdigte ihn als einen Mann, der nicht "um den heißen Brei herum" rede.