Der deutsch-französische Rüstungskonzern Airbus Defence and Space plant nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios mit zwei weiteren europäischen Rüstungsunternehmen ein gemeinsames Drohnenprogramm für mittlere Flughöhe und lange Flugdauer. An dem Vorhaben sollen auch das französische Unternehmen Dassault Aviation und das italienische Unternehmen Alenia Aermacchi beteiligt sein. 

Das Trio unterbreitete, laut Informationen der ARD, den Verteidigungsministerien Frankreichs, Deutschlands und Italiens ein neues Projekt namens Male 2020. Ihren Vorstoß wollen die Konzerne offenbar am morgigen Montag bekannt geben.

Geplant sei eine Definitionsphase, in der die Regierungen, die Streitkräfte und die Konzerne der drei Länder gemeinsam ihre Anforderungen an ein europäisches Programm zur Entwicklung unbemannter Flugsysteme formulieren und koordinieren sollten. Dazu gehöre auch die Finanzplanung und die Frage der Bewaffnung. 

Der Zeitung Die Welt zufolge hat der Vorstandschef der Rüstungssparte von Airbus, Bernhard Gerwert, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bereits über die Offerte informiert. Das Industriekonsortium hoffe demnach auf eine zeitnahe Entscheidung der Regierungen. Europa dürfe "sich auf dem strategischen Kernfeld der militärischen Luftfahrt nicht allein von Produkten ausländischer Anbieter abhängig machen".

Der Vorstoß der Industrie erfolgt unmittelbar vor der am Dienstag beginnenden internationalen Luftfahrtausstellung in Berlin. Die große Koalition hat den Bedarf zu einer europäischen Drohne bereits im Koalitionsvertrag festgelegt. Der Europäische Rat sprach im Zusammenhang mit der Entwicklung einer Male-Drohne im Dezember 2013 von einer "Schlüsselfähigkeit für Europas Verteidigung".