Der Griff nach Amerika beschränkt sich nicht auf intellektuelle Eierköpfe. Letztens stand ich in einem New Yorker Supermarkt und wusste vorübergehend nicht mehr, wo ich war. Denn das Süßigkeiten-Regal vor der Kasse war zur Hälfte gefüllt mit deutschen und Schweizer Marken, von Haribo über Werthers Echte bis hin zu Toffifee. Die Belgier, die Japaner, die Araber produzieren auch gute Süßigkeiten – die sind aber in Amerika kaum vertreten. Die deutschen umso mehr

Amerika ist regelrecht von Deutschland besetzt und wird systematisch ausgeweidet. Es haben sich dreimal so viele deutsche Firmen in Amerika niedergelassen wie amerikanische in Deutschland, und doppelt so viele Dollars fließen von den USA nach Deutschland wie umgekehrt.

Wer in Amerika angeben will (und wir Amis geben gern an) fährt einen BMW – wieso denn? Wir haben auch schöne Autos! Warum sollen wir unser Geld den großen deutschen Versicherern und Chemiefirmen geben, warum werden uns am laufendem Band die Produkte von Bosch und ThyssenKrupp, Knorr-Bremse, Aldi, Telekom, E.on und vielen, vielen mehr aufgezwungen, wenn wir doch unsere eigenen Produkte herstellen? Es war mir mal ein Trost, dass unsere Kinder sich immerhin mit Dial, der amerikanischen Traditionsseife, waschen – bis Henkel die Firma kaufte.

Autobahn, Gebrüder Grimm … und Hamburger

Gibt es eigentlich irgendwas an Amerika, das noch amerikanisch ist? Unser Highway-Netz, das das gesamte Land durchzieht? Inspiriert von der deutschen Autobahn. Der maßlose Kitsch von Walt Disney? Ohne die Märchen der Gebrüder Grimm hätte er sein Imperium nie aufbauen können. Fastfood, das unsere Jugend zur Fettleibigkeit verführt? Es waren deutsche Einwanderer, die den Hamburger erfanden.

Wann lassen diese Typen uns in Ruhe? Reicht es nicht, dass wir mit unserem riesigen Markt für den deutschen Wohlstand sorgen? Die USA sind längst kein souveränes Land mehr, sondern ein Vasall des unaufhaltsamen deutschen kapitalistischen Imperialismus und Handlanger deutscher Großkonzerne und Lobbyisten. 

Ich sage: Es reicht! Finger weg von meinem Amerika – Deutschis Go Home!