Die USA haben unter Berufung auf das sogenannte Magnitski-Gesetz gegen zwölf Russen Sanktionen verhängt. Von den Strafmaßnahmen sind unter anderem vier Gefängniswärter, ein Richter, ein Gerichtsbeamter und ein Strafrechtsermittler betroffen, wie das Finanzministerium in Washington am Dienstag mitteilte. Die Amtsträger werden demnach mit einem Einreiseverbot in die USA und Kontosperrungen belegt. Die Maßnahme seien unabhängig von der aktuellen Ukraine-Krise.

Die Sanktionen gehen auf das Magnitski-Gesetz zurück, das 2012 von US-Präsident Barack Obama unterzeichnet wurde. Der russischen Anwalt Sergej Magnitski war wegen angeblicher Steuervergehen verhaftet worden. Magnitski starb im November 2009 im Gefängnis an einer unbehandelten Bauchspeicheldrüsenentzündung, nachdem er dort brutal verprügelt worden sein soll. Vor seiner Haft hatte der Anwalt Offiziere des russischen Innenministeriums beschuldigt, den Staat um mehr als 200 Millionen US-Dollar geprellt zu haben.

Das Magnitski-Gesetz sieht Sanktionen gegen jene vor, die für Magnitskis Haft verantwortlich sind, finanziell davon profitierten oder in den Betrug verwickelt sind, den der Anwalt enthüllte. Ins Visier werden zudem Personen genommen, denen Mord, Folter und andere Menschenrechtsrechtsverstöße gegen Aktivisten zur Last gelegt werden. 

Die USA haben über das Gesetz bereits mehrere Personen aus Russland, der Ukraine, Aserbaidschan und Usbekistan bestraft. Im Gegenzug beschloss Russlandunter anderem ein Adoptionsverbot für US-Familien.