Die Republikaner haben die außenpolitische Neupositionierung von Präsident Barack Obama scharf kritisiert. Der hatte gesagt, die USA seien nicht mehr Weltpolizist. Nach Auffassung des republikanischen Senators John McCain ist die Außenpolitik des Präsidenten nun nicht länger vertrauenswürdig.

McCain war 2008 Kandidat bei der Präsidentschaftswahl, er verlor gegen Obama. Aber noch immer ist er einer der einflussreichsten republikanischen Politiker. "In der ganzen Welt glauben sie, das auf uns kein Verlass ist", sagte McCain dem Sender MSNBC. Die internationale Gemeinschaft wolle aber ein starkes und standfestes Amerika."

Ähnlich äußerte sich Eric Cantor, republikanischer Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, in einem Gastbeitrag für ABC. Das internationale System werde angegriffen, deshalb brauche es amerikanische Führung und Entschlossenheit. Die Wahrheit sei aber, dass die USA inzwischen international als "Papiertiger" angesehen werden.

"Naiv und unhaltbar"

Obama hatte in einer Grundsatzrede in der Militärakademie in West Point zwar den weltweiten Führungsanspruch Amerikas bekräftigt. Zugleich machte er aber deutlich, dass die Zeiten der USA als Weltpolizist vorüber seien.

"Eine Strategie, die bedeutet, in jedes Land einzumarschieren, das Terrornetzwerke beherbergt, ist naiv und unhaltbar." Stattdessen sollte mit den betroffenen Ländern zusammengearbeitet werden. Ziel müsse sein, den Einfluss der USA zu vergrößern, "ohne Truppen zu senden".

Außerdem hatte Obama angekündigt, dass bis 2016 alle amerikanischen Soldaten aus Afghanistan abgezogen werden sollen. Auch das kritisierte McCain: "Ich bin sehr enttäuscht", sagte McCain. Die Entscheidung Obamas sei ein Signal an die Taliban, dass sich Washington zurückziehe. "Das ist die falsche Botschaft."