US-Präsident Barack Obama will die Art und Weise des Vollzugs der Todesstrafe überprüfen lassen. Der langsame und qualvolle Tod Clayton Locketts am vergangenen Dienstag habe ihn "zutiefst beunruhigt", sagte er. Lockett war nach einer Giftinjektion von Krämpfen geschüttelt worden und hob den Kopf, nachdem ein Arzt ihn für bewusstlos erklärt hatte. Er starb später an einem Herzinfarkt.

Die Todesstrafe sei in einigen Fällen berechtigt und Lockett habe furchtbare Verbrechen begangen, sagte Obama. Es gebe aber im Zusammenhang mit der Todesstrafe Probleme. Dazu gehörte, dass die Behörden rassistisch voreingenommen seien und mehrere Todeskandidaten letztlich entlastet würden. Obama habe Justizminister Eric Holder aufgefordert, die Anwendung der Todesstrafe zu analysieren.

Die Vereinten Nationen hatten zuvor mitgeteilt, dass Locketts Hinrichtung möglicherweise das Völkerrecht verletzt habe. Ein Sprecher des Büros für Menschenrechte sagte, zum zweiten Mal in diesem Jahr habe in den USA ein Mensch extrem leiden müssen, weil die tödliche Injektion nicht funktioniert habe.

Die Behörden in den USA sollten aufgrund der Grausamkeit der Exekutionen die Todesstrafe vorerst nicht mehr verhängen und an der "Abschaffung dieser grausamen und inhumanen Praxis", sagte der UN-Sprecher.