In der Ostukraine herrscht nach Auffassung des zum Präsidenten gewählten Unternehmers Petro Poroschenko Krieg. Sein Land müsse mit allen Kräften gerettet werden, sagte Poroschenko der Bild-Zeitung. "Wir befinden uns im Osten in einem Kriegszustand, die Krim wurde von Russland besetzt und es gibt eine große Instabilität. Wir müssen reagieren."

Der von der ukrainischen Regierung als Anti-Terror-Operation bezeichnete Einsatz habe laut Poroschenko endlich richtig begonnen. "Wir lassen es nicht länger zu, dass diese Terroristen Menschen entführen und erschießen, dass sie Gebäude besetzen und Gesetze außer Kraft setzen", sagte er. "Wir werden diesen Schrecken beenden, hier wird echter Krieg gegen unser Land geführt."

Mit Terroristen bezeichnet die Regierung in Kiew prorussische Separatisten. Eine der Hochburgen der Rebellen ist die Stadt Donezk. Dort tobten zuletzt heftige Kämpfe mit Regierungstruppen, bei denen Dutzende Menschen ums Leben kamen.

EU fordert Russland zur Kooperation auf

Ziel sei es, die Separatistenführer festnehmen zu lassen, sagte Poroschenko, der die Präsidentenwahl am Sonntag deutlich gewonnen hatte. "Wir wollen sie festnehmen lassen und vor ein Gericht stellen." Klar sei aber auch, dass sich das Militär wehren müsse, wenn schwer bewaffnete Kämpfer auf die Soldaten feuerten. "Oberste Priorität als Präsident hat für mich jetzt die Armee", sagte Poroschenko und fügte hinzu: "Wir müssen die Soldaten in Zeiten des Krieges dringend finanziell besser ausstatten."

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union forderten Russland zur Zusammenarbeit mit Poroschenko auf. "Wir erwarten, dass die Russische Föderation mit dem neu gewählten und legitimen Präsidenten zusammenarbeitet, den Rückzug der Streitkräfte von der ukrainischen Grenze fortsetzt und ihren Einfluss auf die bewaffneten Separatisten nutzt, um die Lage in der Ukraine zu deeskalieren", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Darin wird Moskau nicht mit EU-Sanktionen gedroht. Die Staats- und Regierungschefs nahmen die "Vorbereitungen für mögliche gezielte Maßnahmen" der EU lediglich zur Kenntnis. Sie forderten Russland weiter auf, "vorrangig" zu verhindern, "dass Separatisten und Waffen in die Ukraine gelangen".

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