Der designierte ukrainische Präsident Petro Poroschenko will ein Sicherheitsbündnis mit den USA und der EU abschließen. Dies sei notwendig, um sein Land "auch militärisch zu schützen", sagte der ehemalige Unternehmer laut Donnerstagsausgabe der Bild-Zeitung. Er wolle den Pakt zügig aushandeln. Einen schnellen Nato-Beitritt schloss Poroschenko jedoch aus. Dafür gebe es in der Ukraine "momentan keine Mehrheit".

Vier Tage nach der ukrainischen Präsidentenwahl steht Poroschenko endgültig als Sieger fest. Nach Auszählung aller Wahlzettel habe er 54,7 Prozent der Stimmen erhalten. Das sagte der geschäftsführende Staatschef Alexander Turtschinow am Donnerstag im Parlament in Kiew. Er ordnete an, alle Vorbereitungen für die Amtseinführung zu treffen, die spätestens 15 Tage nach der Wahl erfolgen muss.

Während seines Besuchs bei Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin bekräftigte am Mittwochabend auch Ministerpräsident Arseni Jazenjuk den Westkurs seines Landes. Ziel der Ukraine sei es, ein europäisches Land zu werden, sagte er. Angesichts der Unruhen in der Ostukraine und der Abspaltungsbestrebungen prorussischer Kräfte versicherte er: "Eine neue Berliner Mauer wird es nie in Europa geben."

Auch die ebenfalls in Berlin anwesenden Ministerpräsidenten von Georgien und Moldawien, Irakli Garibaschwili und Iurie Leanca, beteuerten, dass sie die EU-Assoziierungsabkommen wie geplant am 27. Juni in Brüssel unterzeichnen wollten. Alle drei forderten von der EU eine klare Perspektive für die weitere Annäherung. "Zweideutigkeit ist nicht der Weg, sondern Eindeutigkeit", sagte Leanca.

EU will laut Merkel in Osteuropa nicht mit Russland konkurrieren

Merkel versicherte den drei Ländern der sogenannten östlichen Partnerschaft der EU mit Blick auf Russland ihre Unterstützung, dass die Bevölkerungen selbst über ihren künftigen Weg entscheiden könnten. "Wir wissen, dass alle drei Länder ihren Weg einer Annäherung an die EU nicht ohne Schwierigkeiten gehen können", sagte die Kanzlerin. Sie betonte, dass es der Europäischen Union nicht darum gehe, in Konkurrenz zu Russland zu treten. Man wolle "kein Entweder-oder für diese Länder".

Poroschenko forderte Russland unterdessen dazu auf, im Osten der Ukraine für ein Ende der Gefechte zu sorgen. Der russische Präsident Wladimir Putin könne mit seinem direkten Einfluss auf die Separatisten die Kämpfe beenden, sagte der künftige Präsident. Er wolle diesbezüglich ein Gespräch mit dem Kremlchef suchen: "Ich bin sehr optimistisch und glaube, dass wir innerhalb weniger Monate Frieden finden können, wenn auch Russland dazu bereit ist."