Russlands Präsident Wladimir Putin will an der Gedenkfeier zum D-Day am 6. Juni in Frankreich teilnehmen. Putin habe die Einladung des französischen Präsidenten angenommen, sagte der russische Botschafter in Paris, Alexander Orlow, dem TV-Sender BFM. Bei den Feierlichkeiten wird an die Landung der Alliierten in der Normandie 1944 erinnert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von einer guten Nachricht: "Ich habe mir gewünscht, dass es uns gelingt, dass trotz der unterschiedlichen Meinungen, die wir jetzt haben, und der großen Konflikte das Gedenken an eine schwere Zeit des Zweiten Weltkriegs möglich ist."

Frankreichs Präsident François Hollande hatte zuvor im TV-Sender France 2 die Einladung an Putin erneuert: Jenseits der Differenzen wegen der Ukraine-Krise werde er nie vergessen, dass das russische Volk während des Zweiten Weltkriegs millionenfache Opfer für die Befreiung gebracht habe. Ohne die Ostfront hätte es keine Landung der Alliierten geben können. "Man kann Meinungsverschiedenheiten mit Wladimir Putin haben", doch sei er als Repräsentant des russischen Volkes willkommen.

Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian sagte, es gebe keinen Grund, Putin für den 6. Juni auszuladen: "In solchen Momenten des Gedenkens ist es wichtig, dass alle Kriegsparteien anwesend sind." Russische Medien berichteten unter Berufung des Kreml, es seien auch bilaterale Gespräche geplant am Rande des Treffens, zu dem auch Merkel und US-Präsident Barack Obama erwartet werden.

In der Ortschaft Ouistreham an der Küste des Ärmelkanals wollen die britische Königin Elizabeth II., Obama und Hollande der mehr als 9.000 alliierten Soldaten gedenken, die am D-Day getötet oder verletzt wurden. Hunderttausende Touristen werden zum 70. Jahrestag des Ereignisses in der Normandie erwartet.