Russland und China haben mit einem Veto im UN-Sicherheitsrat verhindert, dass der Internationale Strafgerichtshof die Menschenrechtsverletzungen im syrischen Bürgerkrieg untersuchen kann. Damit blockieren die beiden Vetomächte seit Ausbruch der Gewalt in Syrien zum vierten Mal eine Resolution der Vereinten Nationen. 

Der von Frankreich eingebrachte Text hatte sich ausdrücklich auf alle Verbrechen bezogen, die von Regierungstruppen und regierungstreuen Milizen sowie von "bewaffneten nicht staatlichen Gruppen" begangen werden. Eine Resolution des Sicherheitsrates ist notwendig, da Syrien nicht Mitglied des Internationalen Strafgerichtshofes ist. Das Gericht in Den Haag kann daher nicht von sich aus aktiv werden.

Dem Entwurf hatten 13 der 15 Staaten im Sicherheitsrat zugestimmt. Zudem wurde er von etwa 60 Staaten, unter ihnen auch Deutschland, unterstützt. Weil Russland und China aber wie die USA, Großbritannien und Frankreich ständige Mitglieder im Sicherheitsrat sind, können sie jede Mehrheit blockieren. 

Moskau und Peking verhinderten bereits im Oktober 2011 und im Februar und Juli 2012 Resolutionen. Dabei ging es beispielsweise nur um eine Verurteilung der Gewalt. Russland lehnt aber jeden Schritt gegen seinen Verbündeten Syrien ab. Seit Ausbruch der Gewalt vor gut drei Jahren sind nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mehr als 160.000 Menschen in Syrien getötet worden.