Zur Parlamentswahl in Südafrika geht der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) von Präsident Jacob Zuma als Favorit in die Abstimmung. Die Partei des Präsidenten kann trotz schlechter Wirtschaftslage und Korruptionsaffären mit einer Zustimmung von gut 60 Prozent rechnen. Der 72-jährige Zuma steht seit 2009 an der Spitze des Staates.

Die Demokratische Allianz hofft auf etwa 22 Prozent der Stimmen, die Partei des früheren ANC-Jugendführers Julius Malema auf vier bis fünf Prozent. Der 34-jährige Politiker war ein enger Verbündeter des amtierenden Präsidenten Jacob Zuma, doch dieser hatte ihn wegen seines Temperaments 2012 aus dem ANC geworfen. Malema fordert die Nationalisierung der Minen sowie die Enteignung der Großgrundbesitzer.

Zuma war in den vergangenen Monaten zunehmend wegen Korruptionsvorwürfen in die Kritik geraten. Sein Haus auf dem Land hat er für umgerechnet rund 15 Millionen Euro aus Steuermitteln aufhübschen lassen, was ihm einen Tadel der staatlichen Aufsicht und eine Rückforderung von Teilen des Geldes einbrachte. 

Es ist die fünfte Wahl seit dem Ende der Apartheid vor 20 Jahren. Erstmals dürfen viele Südafrikaner abstimmen, die nie selbst die Rassentrennung erlebten.

Vor den Wahllokalen standen bereits vor der Öffnung viele Menschen Schlange. Etwa 25 Millionen Bürger, gut die Hälfte der Bevölkerung, sind für die Wahl registriert, bei der auch indirekt über den Präsidenten abgestimmt wird. Das südafrikanische Staatsoberhaupt wird vom Parlament gewählt. Landesweit wurden rund 22.000 Wahllokale eingerichtet.