Fast zwei Jahre hat er sich abgemüht, das Blutvergießen in Syrien zu stoppen und einen Ausweg aus dem Bürgerkrieg zu suchen – vergeblich. Wie sein Vorgänger Kofi Annan wirft auch UN-Vermittler Lakhdar Brahimi jetzt die Brocken hin, gebeugt von der bitteren Einsicht, dass keine der Konfliktparteien wirklich an Waffenstillstand, Befriedung des Landes und politischen Kompromissen interessiert ist.

Auf den Genfer Syrienkonferenzen haben sich beide Seiten nur mit Gift und Galle bespuckt. Systematisch lässt Machthaber Baschar al-Assad seit Monaten ganze Wohnviertel in Schutt und Asche legen. Ungerührt ruft der Diktator in drei Wochen inmitten seines zertrümmerten Landes zu Präsidentenwahlen auf, mit sich selbst als Spitzenkandidaten.

Die säkulare Opposition ist so zerstritten, dass ihr Dachverband nur noch auf dem Papier existiert. Und auf dem Schlachtfeld geben längst die Bataillone der Islamisten und Gotteskrieger den Ton an, zusammengeströmt aus der halben Welt und bereit, im Namen Allahs ein zweites Afghanistan herbeizubomben.

Abgesehen davon bietet die politische Weltlage seit der Ukraine-Krise kaum noch Hoffnung, dass die Vereinigten Staaten und Russland ihren kalten Stellvertreterkrieg auf syrischem Boden mit entschlossener Diplomatie beenden könnten. Auch die sunnitischen Golfstaaten sind nicht bereit, dem schiitischen Iran und seiner verbündeten Hisbollah den Triumph eines Sieges zu überlassen.

Brahimi hat versucht, dem geschundenen syrischen Volk zumindest einen Rest von Heimat und Zukunft zu retten. Zwischen diesen regionalen und weltpolitischen Mühlsteinen jedoch musste er scheitern. In den nächsten Tagen will UN-Chef Ban Ki Moon einen Nachfolger ernennen. Leider spricht nichts dafür, dass es diesem besser ergehen wird.