In Bangkok haben Zehntausende Regierungsgegner und -anhänger ihre Demonstrationen fortgesetzt. Das Oppositionsbündnis PDRC besetzt in der thailändischen Hauptstadt weiterhin das Gelände des Regierungssitzes. Deren Anführer Suthep Thaugsuban forderte das Kabinett auf, bis Montag zurückzutreten.

Niwattumrong Boonsongpaisan, der bisherige Stellvertreter der abgesetzten Regierungschefin Yingluck Shinawatra, war zuvor als neuer Ministerpräsident eingesetzt worden. Der habe aber nicht "die Autorität und den Status, Regierungschef zu sein", sagte Suthep Thaugsuban.

Sollte die Regierung den Forderungen der Opposition nicht folgen, kündigte der Oppositionsführer Konsequenzen an. Das Bündnis wolle dann die Dinge selber regeln. Was er plane, sagte er nicht.

Regierungsanhänger drohen mit Bürgerkrieg

Zudem forderten die Regierungsgegner den Präsidenten der zweiten Parlamentskammer auf, das Kabinett abzurufen. Es solle eine ungewählte Übergangsregierung eingesetzt werden.

Wenn das passiere, werde es zu einem Bürgerkrieg kommen, sagte ein Sprecher der Regierungsanhänger.

Die Anhänger der Regierung harren an ihrem Kundgebungsort mit Zelten und Decken aus. Sie protestieren gegen das Verfassungsgericht, das Yingluck am Mittwoch ihres Amtes enthoben hatte. Es sei unzulässig, dass sich die Justiz in die Politik eingemischt habe. 

Die Rothemden genannten Unterstützer Yinglucks wollen auf der Straße bleiben, bis die Gefahr vorüber sei, dass eine ungewählte Regierung ernannt wird. Sie fordern eine Wahl. Seit 2001 haben die Rothemden jede Wahl gewonnen.

Beide Seiten hatten zuvor am Samstag nach eigenen Angaben jeweils mehr als 20.000 Leute mobilisiert. Unabhängige Schätzungen gab es nicht. An früheren Massendemonstrationen hatten mehr als 100.000 Menschen teilgenommen.