Diese Entschlossenheit teilt Roman Ljagin, der selbsternannte Wahlleiter der selbsternannten Republik. 1.200 Wahllokale in der Donezker Region stünden schon bereit, über drei Millionen Wahlzettel seien gedruckt. Ljagin ist besonders stolz, dass die Vorbereitung angeblich insgesamt weniger als 2.000 US-Dollar gekostet habe. Er gibt offen zu, dass sich die Kosten stark drücken ließen, weil die DVR sich der Infrastruktur bedient, die für die ukrainische Präsidentenwahl am 25. Mai gedacht war. 

"Wir sind Präsident Putin dankbar für eine tolle Werbekampagne. Heute wissen die Bewohner der abgelegensten Dörfer, dass es ein Referendum am 11. Mai gibt," sagt Ljagin. Er erwartet eine Wahlbeteiligung von 70 Prozent – und noch mehr in den umkämpften Städten von Slowjansk und Kramatorsk. "Alles ist bereit, es gibt keinen Grund die Abstimmung zu verschieben. Wir müssen sie so bald wie möglich durchführen."  

Putin schweigt erst einmal

In der Tat wäre es für die Separatisten fatal gewesen, das Referendum hinauszuzögern. Die Kiewer Übergangsregierung, die die Volksabstimmung für illegal und verfassungswidrig hält, verstärkt ihren Druck auf die abtrünnigen Donezker. Ein Wahlergebnis, egal wie es letztendlich zusammengezimmert wird, soll ihnen Legitimität verschaffen. Und mit der Entscheidung vorzupreschen zeigen die Separatisten ihre Selbständigkeit.

Putin hat diesen Widerstand bislang mit öffentlichem Schweigen quittiert. Offiziell hat er mit den Separatisten ohnehin nichts zu tun. Nicht einmal Wahlbeobachter will er am Sonntag schicken.