Die ukrainische Regierung hat eine Offensive gestartet, um mit militärischer Gewalt den Osten ihres Landes wieder unter Kontrolle zu bekommen. Übergangspräsident Oleksander Turtschinow sprach von vielen getöteten und verwundeten prorussischen Kämpfern beim Vormarsch auf Slowjansk; allerdings schossen die Aufständischen auch zwei ukrainische Militärhubschrauber ab. Zwei Besatzungsmitglieder starben laut Turtschinow. In Odessa gab es nach Angaben der Polizei Zusammenstöße zwischen prorussischen Aktivisten und Regierungsanhängern. Dabei brannte ein Gewerkschaftsgebäude – 31 Menschen starben.

Es ist der bislang wohl größte Angriff gegen die Aufständischen, die Polizeistationen und andere Regierungsgebäude in rund einem Dutzend Städte im Südosten der Ukraine besetzt haben. Sie fordern engere Verbindungen zu Russland oder einen Anschluss an das Nachbarland.

Ein Sprecher von Präsident Wladimir Putin sagte, durch den Angriff seien die vor zwei Wochen getroffenen Genfer Vereinbarungen "zerstört", die eine Entspannung der Krise herbeiführen sollten. Das russische Außenministerium warf der Ukraine vor, "Terroristen" von ultranationalistischen Organisationen für die Militäroperationen einzusetzen. Kiew habe Panzer und Hubschrauber geschickt, die Raketenangriffe auf die Demonstranten durchgeführt hätten.

US-Präsident Obama sagte dagegen auf einer Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, die eskalierende Gewalt habe der Welt vor Augen geführt, dass die prorussischen Kräfte in der Region keine friedlichen Demonstranten seien. Putin müsse "von seinem derzeitigen Kurs abgebracht werden". Die USA und Deutschland bereiteten neue Sanktionen vor, um die russische Wirtschaft zu treffen. Diese würden angewandt, sollte Russland die ukrainische Präsidentenwahl am 25. Mai stören.

Hoffnung gibt es offenbar für die sieben OSZE-Beobachter, die seit einer Woche in Slowjansk von Aufständischen festgehalten werden. Nach einem Telefonat des russischen Außenministers Sergej Lawrow mit dem Schweizer Bundespräsidenten und amtierenden OSZE-Vorsitzenden Didier Burkhalter, erklärte das Außenamt in Moskau, die Geiseln sollten in die Obhut des russischen Sondergesandten Wladimir Lukin kommen – sofern diese Mission nicht von ukrainischen Truppen behindert werde.


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