Wegen der sich immer weiter verschärfenden Lage rät das Auswärtige Amt Deutschen, die Süd- und Ostukraine zu verlassen. Die Situation dort sei "zurzeit sehr angespannt", teilte das Ministerium mit.

Gewarnt werden auch Journalisten. "Angesichts der jüngsten Entwicklungen muss davon ausgegangen werden, dass Medienvertreter besondere Gefahr laufen, von separatistischen Kräften festgehalten oder festgenommen zu werden", heißt es in der Warnung.

Das Ministerium verweist darin auf die Besetzung staatlicher Einrichtungen durch Bewaffnete etwa in den Bezirken Donezk und Luhansk. Dort habe sich die Lage "nach Beginn der 'Anti-Terror-Operation' der ukrainischen Sicherheitskräfte" gegen prorussische Separatisten nun "weiter verschärft".     

Eine Ausreise wird dadurch erschwert, dass die Airlines Flüge streichen, wie etwa in Donezk. Dort gab es am Morgen keine Starts und Landungen. 

Hintergrund der Reisewarnung dürfte auch die Verschleppung von mehreren Militärbeobachtern der OSZE durch bewaffnete prorussische Separatisten in der Ostukraine sein. Sie waren am Wochenende erst nach Verhandlungen freigekommen. Das Ministerium nannte auch die Kämpfe des ukrainischen Militärs mit den offenbar von Russland unterstützten Milizen als Grund.

Gefährlich wird es auch im Süden der Ukraine. Am Freitag waren in Odessa 42 Menschen ums Leben gekommen. Das nahe gelegene Nachbarland Moldau versetzte infolge der Kämpfe seine Truppen an der Grenze in Alarmbereitschaft.

Im Osten der Ukraine gehen Regierungstruppen seit Tagen gegen die Separatisten vor. Heftig umkämpft ist derzeit die von Milizionären gehaltene Stadt Slowjansk. In den Kämpfen waren dort am Montag laut ukrainischem Innenministerium vier Soldaten gestorben.

Eine besondere Warnung des Ministeriums erging im Hinblick auf die Krim. Nach der russischen Annexion der Halbinsel werde von Reisen dorthin "dringend abgeraten", hieß es. Konsularischer Schutz könne dort derzeit nicht gewährt werden, schreibt das Ministerium. 

Am heutigen Dienstag will der Europarat in Wien über die Krise beraten. Unter den 30 Teilnehmern sind auch der russische Außenminister Sergej Lawrow und der ukrainische Ressortchef Andrij Deschtschyzja.