Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat den Kontakt zu einem Beobachterteam im Osten der Ukraine wiederherstellen können. Die Beobachter hätten inzwischen ihre Basis erreicht, schreibt der BBC-Journalist Will Vernon auf Twitter. Gegen Mittag war die Verbindung zu elf Mitarbeitern abgebrochen, die von Donezk nach Dnipropetrowsk unterwegs gewesen seien, sagte ein Sprecher der OSZE. 

Am Montag war bereits eine Gruppe von vier OSZE-Beobachtern im Osten der Ukraine verschleppt worden. Das Team werde nach Angaben der ukrainischen Regierung von prorussischen Kräften festgehalten. "Derzeit wird die Arbeit für ihre Befreiung fortgesetzt", sagte Außenamtssprecher Jewgeni Perebijnis.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich für die Befreiung der OSZE-Mitarbeiter einsetzen. "Wir sind in diesen Stunden natürlich in Sorge um die OSZE-Beobachter. Aber wir werden alles daran setzen, diese Beobachter wieder in Freiheit zu bekommen", sagte Merkel.

Die Separatisten haben bestritten, die OSZE-Mitarbeiter entführt zu haben. "Uns ist nichts über ihren Aufenthaltsort oder ihr Schicksal bekannt", sagte Separatistensprecher Miroslaw Rudenko. Man sei bereit, bei der Suche nach den Beobachtern zu helfen. Die vier Männer stammen aus der Schweiz, Dänemark, Estland und der Türkei. Sie waren zwischen Donezk und Luhansk unterwegs, als der Kontakt am Montagabend abriss.  

Die ukrainische Regierung war zum Zeitpunkt des Verschwindens mit Luftangriffen und Bombardierungen im Gebiet Donezk gegen Separatisten vorgegangen. Es gab Dutzende Tote und Verletzte. "Es ist nicht auszuschließen, dass die Beobachter in die Feuerzone geraten sind", sagte Rudenko. Nach seiner Darstellung sind in der Umgebung von Donezk zudem Bewaffnete im Einsatz, die vom früheren Präsidentschaftskandidaten Oleg Ljaschko kontrolliert würden.     

Von den OSZE-Mitarbeitern fehlt jede Spur

In einem früheren Fall hatten die Separatisten in der Stadt Slowjansk die Festsetzung von OSZE-Militärbeobachtern, darunter auch Deutsche, direkt eingeräumt und sie letztlich nach Vermittlung Russlands freigelassen.

Zur Zukunft der OSZE-Mission in der Ukraine angesichts der Sicherheitslage sagte der deutsche Diplomat Wolfgang Ischinger, dass die OSZE "ja gerade dort, wo es nicht ruhig ist, möglichst viel beobachten" solle, um möglichst "einen dämpfenden Einfluss" auf Gewaltakteure zu haben. Aber wenn die Sicherheitslage so sei, dass man um "Leib und Leben" der zivilen Mitarbeiter fürchten müsse, müsse man sie abziehen, sagte Ischinger.