Die Zustimmung für die Todesstrafe in der US-amerikanischen Bevölkerung ist ungebrochen. Daran hat auch die schwere Panne bei einer Hinrichtung in Oklahoma Ende April nichts geändert. Einer neuen Erhebung für den Fernsehsender NBC zufolge sprechen sich 59 Prozent der Befragten für die Todesstrafe aus. Eine Abschaffung fordern dagegen nur 35 Prozent.

In Oklahoma war die Hinrichtung von Clayton Lockett Ende April nach wenigen Minuten abgebrochen worden, weil es Probleme mit der Giftinjektion gab. Lockett wand sich anschließend im Todeskampf vor Schmerzen. Erst 43 Minuten nach Verabreichung der nicht erprobten Giftmischung erlitt er einen tödlichen Herzinfarkt. Der Vorfall hatte in den USA eine neue Debatte über die Todesstrafe ausgelöst. Oklahoma setzte alle Hinrichtungen für ein halbes Jahr aus.

Sollten Exekutionen mit Giftspritzen nicht mehr möglich sein, unterstützen die Amerikaner der NBC-Umfrage zufolge andere Hinrichtungsmethoden. Demnach sprechen sich 20 Prozent für Gaskammern und 18 Prozent für den elektrischen Stuhl aus. Zwölf Prozent sehen in Erschießungskommandos eine Alternative, acht Prozent nannten den Tod durch Erhängen.

Die US-Strafvollzugsbehörden haben seit Längerem Nachschubprobleme bei den Mitteln für die Giftspritzen, da sich die europäischen Hersteller der lange verwendeten Substanzen weigern, diese weiter für Hinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Mehrere US-Bundesstaaten probierten daher neue Giftmischungen aus, die noch nicht erprobt wurden und zum Teil von Herstellern stammten, die nicht im ganzen Land zertifiziert sind.

Mehrere US-Medien reichten inzwischen Klage ein, um genaue Informationen über den Giftcocktail zu erhalten, der bei einer Hinrichtung in Missouri nächste Woche zum Einsatz kommen soll. In dem Bundesstaat soll der verurteilte Mörder Russell Bucklew exekutiert werden. Die Behörden in Missouri weigern sich, Einzelheiten zu der Giftmischung zu veröffentlichen.